Es gibt verschiedene Apps, die dir dabei helfen, die Natur in deiner eigenen Stadt bei jedem Spaziergang kennenzulernen. Diese Natur-Apps schaffen somit die perfekte Verbindung zwischen dem digitalen Menschen und dem Füllhorn der Natur. Welche Apps das sind, was es zu beachten gibt und welchen Nutzen sie haben, zeigen wir dir hier.

Menschen leben im digitalen Wandel. Gleichzeitig sind sie aber auch ein Teil der Natur und eng mit ihr verbunden – und von ihr abhängig. Daher ist es wichtig, Verständnis für die Natur zu wecken, denn nur was du verstehst, kannst du auch lieben und hast dadurch das Bedürfnis, es zu schützen.

Bevor du jetzt einen Survival-Aufenthalt im entfernten Dschungel buchst, kannst du erst einmal direkt vor der eigenen Haustür anfangen, denn auch in deiner Stadt gibt es an (fast) jeder Ecke vielfältige Flora und Fauna zu entdecken. Doch wie gelingt es, diese zu sehen, wenn du noch keine Ahnung hast, wonach du eigentlich Ausschau halten sollst?

Hier kommt die Technik ins Spiel: Mit den folgenden Apps wirst du nämlich auch als Stadtmensch schon bald zum Naturprofi.

Wozu brauchst du eine App?

Das Smartphone quillt schon über mit Apps, die Nasen der Kids kleben ständig an dem kleinen Bildschirm und das Handy ist Dauergast bei jeder Gelegenheit – bei diesem Technikfrust taucht ganz schnell die Frage auf: Wozu brauche ich jetzt auch noch eine Natur-App? Reicht denn nicht ein schlichtes Lexikon?!

Klar kannst du alles und mehr aus Büchern lernen, aber viele erinnert das zu sehr an Schule und das verheißt öde Nachmittage mit umständlichem Blättern oder sogar mit überholtem Wissen. Zudem möchtest du bei einem Spaziergang sicherlich nicht gleich einen Rucksack voller Bücher herumschleppen, um, wenn es darauf ankommt, nicht das richtige in der Hand zu haben, oder?

Schneller, aktueller und praktikabler geht es daher mit Apps. Das Smartphone ist schnell gezückt, um das kleine Insekt, die Beere oder den Vogel zu identifizieren. Und wenn du schon dabei bist, lassen sich dann über das Internet viele weitere nützliche Infos herausfinden. Diese Apps sind häufig kostenlos oder für kleines Geld zu haben, sodass auch der finanzielle Vorteil ganz klar bei den kleinen technischen Begleitern liegt.

Wenn du eine App für das eigene Smartphone suchst, ist es wichtig, nur seriöse Quellen zu nutzen. Für Android ist das beispielsweise Google Play, fürs iOS der App Store. Apps aus unseriösen Quellen bringen bestenfalls keinen Mehrwert, im schlimmsten Falle gefährliche Viren oder Trojaner.

Natur-Apps; Frau mit Smartphone Srdjan Radevic / EyeEm/Getty Images
Viele Natur-Apps bieten dir auch Audio-Informationen zu Flora und Fauna.

Vogelstimmen, Insektenbestimmer & Co.: Was nutzen dir Natur-Apps?

Warum eine App unterwegs eine nützliche Begleitung sein kann, haben wir geklärt. Aber welchen Nutzen haben speziell diese Natur-Apps? Ganz einfach: Sie schaffen eine erste Verbindung zu Mutter Natur! Wie das Wort schon andeutet, bindest du dich emotional an etwas, und die Natur braucht diese Bindung mehr denn je. Klimakrise, Ökobilanz, Feinstaub und mehr bedrohen nicht nur die Umwelt, sondern alle Bewohner auf diesem Planeten. 

Um die Natur und die eigene Umwelt zu schützen, musst du diese allerdings erst einmal bemerken und im nächsten Schritt verstehen. Hier können die Natur-Apps helfen. Spielerisch wird hier Wissen vermittelt, das jeder für sich nutzen kann. Durch das Wissen und die Begeisterung wird die Bindung gestärkt, das Interesse sowie Verständnis geweckt und vielleicht entsteht daraus ein neuer Wissensdurst.

Von der Natur-App hin zum begeisterten Forscher, Naturschützer und Umweltaktivisten mag es ein weiter Weg sein, aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn dieser Schritt durch eine App vereinfacht wird, kann die digitale Generation davon nur profitieren – und mit ihr die gesamte Umwelt. 

Ein anderer Ansatz ist der Spaß für die ganze Familie. Während Smartphones sonst eher nicht den Ruf haben, zu gemeinsamen Aktivitäten einzuladen, verwandelt die Benutzung einer Natur-App das Gerät in ein nützliches Utensil, um gemeinsam Spaß zu haben. Du könntest ja ein Duell gegen die anderen spielen: Wer als erster die meisten Pflanzen und Tiere in einer bestimmten Zeit richtig erkennen kann, gewinnt. Da bekommen alle Lust, jeden Tag aufs Neue gemeinsam vor die Tür zu gehen und die Natur-App zu nutzen. 

Wem vor allem sein eigener Garten am Herzen liegt, der sollte sich die besten Urban Gardening-Tipps von Anastasia in der neuen Folge von Einfach Digital abholen.

Natur-Apps rund um Tiere

NABU Vogelwelt

  • Kosten: Basis-App kostenlos, Erweiterungen jeweils ab etwa drei bis fünf Euro je nach Kategorie
  • Erhältlich für: Android, iOS
  • Allgemein: Das Geld der Käufe fließt natürlich in die NABU-Projekte.

Was zwitschert da im Baum? Wer segelt von Dach zu Dach? Was nistet da am Zaun? Diese und mehr Fragen klärt die App Vogelwelt des Naturschutzbunds Deutschland e. V., kurz NABU. Die kostenlose Variante bietet etwa 1.000 Fotos zum Vergleichen, Bestimmen und Informieren. Kostenpflichtig dazu kannst du die Erweiterungen Vogelstimmen, Eierbilder und Videos kaufen. Zukünftig sollen noch weitere Erweiterungen, wie etwa eine automatische Fotoerkennung, verfügbar sein.

NABU Insektenwelt

  • Kosten: kostenlos
  • Erhältlich für: Android, iOS
  • Allgemein: Mit dieser App kannst du an der NABU-Aktion Insektensommer teilnehmen.

„Summ, summ, summ, Bienchen summ herum.” Während du die putzigen gestreiften Gesellen noch recht gut erkennen kannst, wird es bei anderen kleinen Tierchen schon schwieriger. Genau hier hilft die Natur-App von NABU: Sie stellt die häufigsten einheimischen Insektenarten vor, unterstützt das Bestimmen per Foto und bietet die Möglichkeit, die eigenen Beobachtungen zu notieren. Etwa 122 Arten können so entdeckt werden. Das entspricht zwar nur einem kleinen Teil der etwa 33.000 einheimischen Arten, aber da die App die häufigsten Insekten abbildet, sind mit diesen 122 Arten etwa 50 Prozent aller Sichtungen abgedeckt. 

Naturführer-App Tierspuren

  • Kosten: etwa 10 Euro
  • Erhältlich für: iOS
  • Allgemein: Über die App hast du Zugriff auf E-Mail und Facebook.

Auf die Pirsch begibst du dich mit der Natur-App Tierspuren, die aus einer Zusammenarbeit vom Gräfe und Unzer Verlag und dem Deutschen Jagdverband entstanden ist. Dabei geht es nicht nur um Fußspuren und Abdrücke von Pfoten, sondern auch Nester, Fellbüschel, Bauten, Gelege und Eier können so bestimmt werden. Wer möchte, kann auch die Hinterlassenschaften und Essensreste von Tieren fotografieren und diese mit dem iPhone oder dem iPad bestimmen. Dabei lassen sich persönliche Notizen in Entdeckt-Listen abspeichern und nach der Bestimmung erhältst du viele Fakten rund um das jeweilige Tier. Wer glaubt, nun genug zu wissen, kann das im Quiz testen.

Natur-Apps; Mann fotografiert Blumenadamkaz/Getty Images
Dein Smartphone hält dich nicht davon ab, die Natur in deiner Region zu erkunden.

Natur-Apps rund um Pflanzen

Baum ID Deutschland

  • Kosten: etwa 5 Euro
  • Erhältlich: Android, iOS
  • Allgemein: Die App bebildert nur einheimische Arten, eingebürgerte Bäume, wie beispielsweise in Parks, werden nicht aufgeführt.

105 Arten in 555 Bildern – das sind die beeindruckenden Angaben des Herstellers zur App. Wer sich nun wundert, dass es doch noch viel mehr Baumarten gibt, hat zwar Recht, aber die beiden Biologen haben sich mit dieser App auf alle in Deutschland einheimischen Baumarten konzentriert. Die Bestimmung der Bäume gelingt anhand von Merkmalen wie etwa Größe oder Blattform. Du stöberst nach Belieben durch die verschiedenen Arten und erfährst viel Wissenswertes, z. B. über die medizinischen Nutzungsmöglicheiten und welches Holz gut brennt. Das neu erworbene Wissen lässt sich anschließend im integrierten Quiz nutzen.

Pl@ntNet

  • Kosten: kostenlos
  • Erhältlich: Android, iOS
  • Allgemein: Das gesammelte Wissen lässt sich auch am PC im Browser nutzen.

Mit einem Klick weißt du Bescheid. So einfach geht das Bestimmen von Pflanzen und Kräutern mit dieser Natur-App. Die App greift direkt auf deine Kamera zu: Du machst ein Bild und sagst danach, ob du nun ein Blatt, eine Blüte oder doch eine Frucht fotografiert hast. Je nach Kategorie vergleicht die App dein Bild mit anderen und gibt dir eine Auswahl an möglichen Pflanzen. Je mehr Bilder du machst, desto genauer wird die Bestimmung. Mehr Infos gibt es dann auf dem verlinkten Wikipedia-Artikel. Deine Bilder kannst du dann zugunsten der Community abspeichern lassen – denn je mehr Bilder es zum Abgleichen gibt, desto leichter wird die Bestimmung für jeden. 

Wildkräuter & Beeren bestimmen

  • Kosten: etwa 10 Euro
  • Erhältlich: Android
  • Allgemein: Benötigt keine Internetverbindung

Hinter der App steckt der Gräfe und Unzer Verlag, der hier ein Nachschlagewerk mit den 100 wichtigsten Kräuter- und Beerenarten bietet. Anhand der Blütenfarbe und dem Beobachtungsort bestimmst du die gefundene Pflanze und erhältst durch die App viele Infos, wie etwa zur Essbarkeit bzw. Giftigkeit, zur Blütezeit, Sammelgut und mehr. Damit die eigenen Bestimmungen nicht verloren gehen, lassen sich diese im integrierten Sichtungstagebuch mit Ort und Datum abspeichern. So umgehst du doppelte Bestimmungen und kannst dir immer wieder anschauen, was du bereits alles erkundet hast. Auch hier kannst du dein gesammeltes Wissen in einem Quiz testen.

Dank der vielen Apps wird jeder Gang vor die Tür zur Forscherreise. Jede Ecke wird überprüft auf neues Leben. Es wird entdeckt, gestaunt und auch gefragt. Vielleicht sind diese Apps der kleine Schubs in die richtige Richtung, was das Verständnis für die Natur und Umwelt angeht. 

Wer trotz diverser Natur-Apps doch noch Platz auf seinem Handy hat, kann die Rundgänge durch seine Heimat auch für ein paar Virtual und Augmented Reality Games nutzen. Wer aber einfach nur seinen Garten pflegen und genießen will, der wirft am besten einen Blick auf die neue Folge von Einfach Digital mit Anastasia.