Knapp drei Jahre ist es her, seit die Lipsync-App Musical.ly in TikTok aufging und bei Twens und Teens extrem beliebt wurde. Kein Wunder: Mit ihrer bunten Mischung aus Spotify, Snapchat, Instagram, Vine und Twitch kombiniert sie die besten Elemente in einer einzigartigen Social Media-Video-App, die gerade die Bedürfnisse der Generation Z perfekt befriedigt. Aber da die TikTok App vermehrt auch von bekannten Stars, Sportlern und großen Marken genutzt wird, wird sich die Community weiterentwickeln. In unserem ultimativen Guide zur TikTok App verraten wir dir alles, was du über die Hype-App wissen musst.

Was ist TikTok? Die App einfach erklärt!

Manche behaupten, TikTok sei das Instagram für Musik und Videos. Und das trifft es auch schon ganz gut: Mit der für Android und iPhone verfügbaren App kannst du dir auf 15 Sekunden limitierte und selbstgedrehte (Musik-)Videos anschauen. Oder auch selbst welche aufnehmen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – es gibt jede Menge Songs, Filter, Effekte und Möglichkeiten, die die TikTok App zu einem Schmelztiegel viraler Internet-Trends und Memes machen.

So ist TikTok auch voller verschiedenster TikTok Fans, die den populären und auch weniger populären Nischen des Webs entstammen – Influencer, Gamer, Sportler, Sänger, Lipsyncer, Clowns, Tänzer, Komiker, Beauty-Blogger, Amateure, Profis und viele mehr. Eines aber haben sie bei TikTok alle gemeinsam: Laden sie ein Video (auch TikTok genannt) hoch, sind sie einfach nur „Creators“.

Musikalisches und soziales Netzwerk der neuen Art?

Musikalische Unterstützung erhalten die Creators dabei durch die umfangreiche Musikbibliothek von Apple Music. Manche nutzen auch hinterlegte O-Töne aus Filmen oder Serien, um ihre TikToks kreativ zu inszenieren. Wieder andere lassen einfach Musik über eine externe Quelle im Hintergrund mitlaufen, was man dann allerdings auch im Ergebnis hört.

Aber TikTok ist nicht nur eine Video-App, sondern auch ein soziales Netzwerk: Es gibt die üblichen Social Media-Interaktions-Tools mit Hashtags zum Auffinden von Inhalten, Herzchen zum Liken, die Möglichkeit anderen zu folgen und eine Kommentarfunktion für einzelne Videos.

So passt die TikTok App perfekt in unser digitales Zeitalter: Extrem kurzweilig, schnell, unterhaltsam, chaotisch und bunt – via Wisch erscheint sofort das nächste Video. Deshalb ist TikTok vor allem bei jungen Menschen so beliebt. Klar, sie wollen sich ausprobieren, sich mit Gleichgesinnten messen, austauschen und streben nach Anerkennung. Dafür bietet die App nun mal eine perfekte Bühne mit der Möglichkeit, direktes Feedback zu erhalten.

Teenager erstellen ein TikTok Video.Tim Robberts / DigitalVision / Getty Images
TikTok steht bei jungen Menschen hoch im Kurs – auf der ganzen Welt hat die App eine riesige Community um sich versammelt.

TikTok & Musically? Die Story hinter der App!

Seit 2014 gab es die beliebte Lipsync-App Musical.ly. Im November 2017 wurde sie von ByteDance, einem in Peking ansässigen Medien- und Technologieunternehmen, für umgerechnet 700 Millionen Euro übernommen. ByteDance bot seit September 2016 bereits eine ähnliche App mit dem Namen DouYin an, die ein Jahr später als TikTok auch in anderen Ländern Nutzer finden sollte. So waren TikTok und Musical.ly beide bereits populär – nur jeweils in verschiedenen Teilen der Welt. Im August 2018 verschmolzen beide Dienste dann zu einer einzigen Plattform, wobei der Name TikTok erhalten blieb. Mit der Entscheidung von ByteDance, beide Apps in einem Produkt zusammenzuführen, wurden auch alle Musical.ly-Benutzerkonten und vorhandenen Videos nach TikTok verschoben.

Zahlen, Statistiken und Zukunft der TikTok App

Es war wohl eine gute Entscheidung, denn der Erfolg von TikTok ist riesig: Laut eigenen Angaben wurde die App bisher über eine Milliarde Mal in 150 Ländern und 75 Sprachen heruntergeladen. Das macht TikTok zur erfolgreichsten und sich am schnellsten verbreitenden App der Welt, wie auch eine Analyse von Sensor Tower bestätigt: Im ersten Quartal 2019 überholte TikTok mit mehr als 33 Millionen Installationen sogar YouTube, Instagram, WhatsApp und Facebook. Inoffizielle Schätzungen gehen davon aus, dass TikTok allein in Deutschland monatlich 4,1 Millionen aktive Nutzer hat. Weltweit sollen es laut Angaben von ByteDance mehr als 500 Millionen pro Monat sein.

Und es wird viel getan, damit die Anhängerschaft noch weiter steigt: Die Tatsache, dass mittlerweile auch Fußballvereine wie Borussia Dortmund, der 1. FC Köln, HSV und FC Bayern München in der App vertreten sind, zeigt, dass vermehrt auch nach älteren Nutzern gefischt wird. Ohnehin ist Sport die zweitgrößte Kategorie in dem sozialen Netzwerk.

Basiswissen: TikTok Interaktionsformate

TikTok wäre niemals so erfolgreich, wenn die Nutzer einfach nur ihre Videos posten würden. Was die App so einzigartig macht, sind die verschiedenen Interaktionsformate. Gerade diese kreativen Möglichkeiten sind es, die den unglaublichen Hype der App begründen.

Challenges
Durch TikTok Challenges werden andere Nutzer herausgefordert, bestimmte Videos nachzuahmen. Dabei handelt es sich um von der Video Community selbst geschaffene Trends, die meist per #challenge Hashtag verbreitet werden (aber nicht müssen). Die Trennlinie zwischen Trend, Meme und Challenge ist oft unscharf, da es bei der TikTok App ja im Kern um nachgeahmte Songs geht. Jedenfalls sind Challenges auf TikTok eine wunderbare Möglichkeit, sich als ein Teil der großen Community zu fühlen.

Duette
Auch Duette sind ein wichtiger Bestandteil von TikTok. Stell sie dir einfach wie das Remixen eines Songs vor. So kannst du das Video eines anderen Nutzers aufgreifen und eigene Inhalte im Splitscreen-Modus hinzufügen. Das ist ein wenig so, als würde jemand einen Witz anfangen und du lieferst dazu die Pointe.

Reactions
Das Format der Reaction-Videos wurde bei YouTube populär. Dabei nehmen sich Menschen auf, wie sie ihre Emotionen und Meinungen über ein anderes Video zum Ausdruck bringen. Auch wegen der großen Beliebtheit hat TikTok eine ähnliche Funktion entwickelt, mit der jeder auf einfache Weise Reaktionsvideos erstellen kann, ohne die TikTok App zu verlassen.

Los geht’s: der TikTok Start

Nachdem du die App heruntergeladen hast, kannst du sofort loslegen und TikToks anschauen. Um aber eigene Videos zu veröffentlichen und Kommentare zu posten, musst du einen Account erstellen. Tippe dazu auf das Profil-Symbol in der linken unteren Ecke, um das Anmeldefenster zu öffnen. Jetzt kannst du Facebook, Instagram, Google oder auch deine Telefonnummer verwenden, um ein Konto zu erstellen. Vergiss aber nicht, dein Profil und deinen Spitznamen nachträglich zu ändern.

Standardmäßig sind TikTok Konten öffentlich – jeder kann sich dein Profil und die von dir geposteten Videos ansehen. Um die Datenschutz-Einstellungen anzupassen, tippst du einfach auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke deines eben angelegten Profils.

So navigierst du in TikTok

Da dein Profil jetzt erstellt ist, ist es an der Zeit, ein paar TikToks anzusehen. Dafür ist die App in zwei Hauptfeeds unterteilt: In der Voreinstellung siehst du den „For You“-Screen, einen algorithmisch generierten Videostream, der sich mit der Zeit deinen eigenen Vorlieben anpassen wird. Wischst du den Bildschirm nach links, landest du bei den Uploads der jeweiligen Creators, denen du ganz leicht mit einem Klick folgen kannst.

Um TikTok komplett zu erforschen, tippst du einfach auf die Lupe unten auf dem Startbildschirm. Hier siehst du oben eine Suchleiste, mit der du nach bestimmten Creators, Sounds oder Hashtags suchen kannst.

Was bedeuten die Buttons auf den TikTok Videos?

Rechts neben jedem TikTok Video siehst du eine Reihe von Symbolen. Das erste führt dich zum Profil des Benutzers, der es gepostet hat. Mit dem Herz kannst du deiner Sympathie digital Ausdruck verleihen. Als Nächstes folgt die Kommentarfunktion. Und dann gibt es noch einen nach rechts zeigenden Pfeil, mit dem du einzelne TikToks auf den üblichen anderen Plattformen teilen kannst.

Die sich drehende Schallplatte mit den Musiknoten steht für den jeweiligen Song-Ausschnitt, den der Creator in seinem TikTok Video nutzt. Tippst du darauf, siehst du den Titel und Interpreten des Tracks sowie einen Feed mit anderen TikToks, die ebenfalls genau diesen Song-Ausschnitt enthalten.

Mann nimmt ein Video mit der TikTok App auf.Philipp Nemenz / Cultura / Getty Images
Bereit? Dann erstelle jetzt dein eigenes TikTok Video!

So erstellst du dein eigenes TikTok Video

Jetzt, da du die Basics kennst, bist du bereit, dein eigenes TikTok Video zu erstellen. Und keine Angst, das ist gar nicht schwer. So gelangst du in fünf Schritten ganz einfach ans Ziel:

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Drücke das Symbol „+“ unten in der Mitte des Startbildschirms und erlaube TikTok den Zugriff auf deine Kamera und dein Mikrofon.

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Tippe auf „Sound hinzufügen“, um den Song für dein Video auszuwählen. Wenn du möchtest, hör ihn dir ruhig in der Vorschau an. Klicke dann auf „Sound benutzen“ und starte mit dem roten Button deine Aufnahme.

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Du hast drei Möglichkeiten: Mache ein Foto, eine Timer-Aufnahme, die du zwischendurch pausieren kannst, oder eine durchgängige One-Shot-Aufnahme. Mit dem Timer ist es wohl am einfachsten, denn dann musst du die Aufnahmetaste nicht ständig gedrückt halten. Diese Funktion ist es auch, die die unverwechselbaren Tanzvideos bei TikTok möglich macht.

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Nach der Aufnahme fügst du die gewünschten Filter und Spezialeffekte hinzu und speicherst dein Video.

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Tippe jetzt noch auf „Weiter“, um Einstellungen festzulegen und dein Video zu beschreiben. Mit „Veröffentlichen“ lässt du dein Video auf die Community los. Wenn du willst, kannst du deine TikToks auch direkt mit anderen sozialen Netzwerken synchronisieren.

Welche Effekte und Filter du hinzufügen kannst

Wie Snapchat und andere Apps hat auch TikTok eine Reihe von Augmented Reality-Effekten zu bieten. So kannst du zum Beispiel die Haar- oder Augenfarbe verändern. Tippe einfach auf die Effekte auf der linken Seite, um sie zu durchsuchen. Hier findest du auch Effekte, die für dein Umfeld bestimmt sind – zum Beispiel eine lecker aussehende Scheibe Pizza mit Augmented-Reality-Eigenschaften. Es gibt sogar Spezialeffekte, die extra nur für Hunde und Katzen entwickelt wurden.

Was passiert nach dem Veröffentlichen eines TikToks?

Sobald du ein TikTok veröffentlicht hast, kannst du in deinem Profil überprüfen, wie viele Nutzer es angeschaut haben. Tippst du auf das Benachrichtigungssymbol unten auf dem Startbildschirm, siehst du, wer dein Video kommentiert oder geliked hat. Und auch, wer dein Profil angeschaut hat oder dir folgt.

Tipp: TikTok ist bekannt dafür, jede Menge Push-Benachrichtigungen mit diesen Infos zu versenden. Wenn du das nicht willst, deaktiviere die TikTok-Benachrichtigungen einfach in den Einstellungen deines Smartphones.

Kids nutzen TikTok sicher, wenn Eltern sie zum Datenschutz bei TikTok aufklären.Westend 61 / Getty Images
Deine Kids wollen TikToken? Ab 13 Jahren ist das kein Thema – aber zeige ihnen, wie sie dabei sicher unterwegs sind.

Wie handhabt TikTok Datenschutz und Privatsphäre?

Da die TikTok App offiziell erst ab 13 Jahren erlaubt ist, sind die Einhaltung von Privatsphäre und der Datenschutz umso wichtiger. Leider überprüft der Betreiber ByteDance nicht, wie alt – oder besser jung – die zahlreichen Nutzer sind, die sich anmelden. Eine durchgängige Kontrolle der angebotenen Inhalte soll aber existieren.

Damit nicht nur du, sondern vor allem deine Kids sicher mit TikTok unterwegs sind, solltest du das Thema auf jeden Fall mit ihnen besprechen. Und sie vor allem dafür sensibilisieren, was passieren kann, wenn sie zu viel von sich preisgeben. Insgesamt ist der Datenschutz bei TikTok aber vergleichbar mit dem anderer Apps.

So soll’s laut ByteDance weitergehen

Die TikTok Zukunft sieht rosig aus und wen wundert’s: Natürlich sollen die 500 Millionen aktiven Nutzer pro Monat mittel- und langfristig auch zu entsprechenden Einnahmen führen. Bisher hat TikTok schon einige Millionen Dollar mit sogenannten In-App-Einkäufen erwirtschaftet. Dabei handelt es sich um „Coins“ für virtuelle Geschenke wie spezielle Emojis, die sich die Nutzer gegenseitig schenken können. Auch ist die Vermarktung als Werbeplattform bereits angelaufen – McDonald’s, Nike und Samsung sind nur einige der Unternehmen, welche die speziellen Anzeigen und Werbeformate bereits testen.

Der beste Tipp: einfach drauflos und entdecken!

Du siehst: Die TikTok App ist ein riesiger Fundus voller kurzweiliger Videoclips. Du kannst dir sicher sein, dass digitale Trends hier entstehen oder über kurz oder lang ihren Weg in die Social Media Video App finden werden. Und auch wenn dir unser TikTok App-Guide als Starthilfe dienen soll – der beste Weg ist, TikTok einfach zu erforschen und zu entdecken, was hier alles los ist. Mit ziemlich großer Sicherheit findet jeder etwas Interessantes, das ihn anspricht. Also dreh die Lautstärke auf!