Wir erinnern uns an die nächtelangen LAN-Partys im Hobbykeller und die schrecklich kantige 3D-Grafik  von Tomb Raider und anderen Video Games, die uns damals noch bahnbrechend erschien. Das war die goldene Ära für superschnelle Arena-Shooter wie Quake 3 und die Zeit der Echzeitstrategen, die bei Command & Conquer riesige Armeen über ihre Röhrenbildschirme scheuchten. Aber auch die ersten Open-World Klassiker wie Gothic oder GTA fesselten uns über hunderte von Stunden an die Flimmerkiste. Mittlerweile ist das alles schon über zwanzig Jahre und etliche Fortsetzungen her. Höchste Zeit also, dir zu verraten, wie sich die Welt der Video Games gewandelt hat. 

Ganz nach dem Motto “Never change a running system.“ ist die Spielmechanik vieler Video Games von damals ziemlich gleich geblieben. Klar, die Grafik wird immer schicker, Welten werden immer größer, KI‘s immer schlauer und die Inszenierungen immer spektakulärer. Aber im Grunde sind es nicht mehr die Spielmechaniken, die die entscheidenden Veränderungen für den Spielemarkt mit sich bringen. Vielmehr ist das letzte Jahrzehnt von neuen Plattformen geprägt, die das gemeinsame Spielerlebnis via Highspeed-Internet und mit neuen technischen Möglichkeiten jenseits von Maus und Tastatur stärken. Deshalb haben wir ein paar der wichtigsten Entwicklungen aus der Welt der Video Games hier für dich zusammengetragen. 

The next Generation

Online-Gaming war Anfang 2000 noch ausschließlich den PC-Zockern vorbehalten, bis die Playstation 2 von Sony durch die Xbox von Microsoft ernsthafte Konkurrenz bekam. Im Jahr 2001 legte Halo dann auf der Xbox den Grundstein für den Online-Gaming-Trend auf der Konsole. Während das Online-Gaming auf der Microsoft Konsole schon voll integriert war, gelangte man mit der PS2 zunächst nur über einen Network Adapter ins Netz. Es dauerte dann noch eine ganze Generation, bis mit der Xbox 360 und der Playstation 3 die ersten voll vernetzten Konsolen auf den Markt kamen. Heutzutage ist die gemeinsame Online-Daddelei von den Spielekonsolen nicht mehr wegzudenken. Ob GTA, Pro Evolution Soccer oder Mortal Kombat – auf Konsolen bieten heute alle großen Video Games einen umfangreichen Online Modus an.

Pro Gamerin beim trainieren eines Video Games
Mit den Online Games hat sich das Spielen immer mehr zur echten Sportart professionalisiert

Online Games und E-Sport erobern den Markt

Der Siegeszug der Online Games auf PC und Konsole war zugleich der Siegeszug der Massively Multiplayer Online-Spiele. Absoluter Trendsetter war „World of Warcraft“ von Blizzard. 2004 veröffentlicht, hat das Video Game bis heute eine treue Community mit Millionen von Spielern. Das schnelle Breitband-Internet ermöglicht es jetzt Millionen von Spielern, fantastische 3D-Welten zusammen zu bereisen. Der Clou der Video Games dieser Gattung ist es, dass die Spieler mit ihren Mitspielern interagieren, zusammenarbeiten und Gemeinschaften bilden müssen, um weiterzukommen. Diese riesigen Communitys widerlegen das einstige Bild des einsamen Zockers, der sich alleine durch die digitale Ödnis kämpft. Zeitgleich entwickelte sich auch der sportliche Wettkampf mit Maus und Tastatur zu einer anerkannten Disziplin, die bei sogenannten E-Sport Turnieren ganze Stadien füllt. Weltweit finden große Wettbewerbe statt, bei denen hochdotierte Preisgelder von mehreren Millionen zu gewinnen sind. Hier werden Video Games wie Counter-Strike, LoL, Fortnite u. s. w. von E-Sportmannschaften auf hochprofessionellem Level gespielt. Dennoch wird E-Sport vom offiziellen Olympischen Sportbund bisher noch nicht als Sportart anerkannt.

Motion-Controlling und VR Gaming

Mit der Nintendo Wii war dann 2006 auch einer der ersten Motion Controller geboren, bei dem bis heute ganzer Körpereinsatz gefragt ist. Natürlich legten Microsoft und Sony 2010 mit ihren eigenen Technologien Kinect und Move nach. Es folgten viele Video Games, die das Gaming vom Couch Potatoe Sport zum interaktiven Erlebnis für alle Generationen machten. Während man bei Nintendo und Sony damals noch spezielle Controller brauchte, die die Bewegungen der Hände und Arme übertrugen, war Microsoft mit seiner Kinect Technik schon einen Schritt weiter. Hier konntest du alles nur mit deinen Körperbewegungen und ohne Controller vor der Kinect Kameraleiste steuern. Das controllerlose Spielen war jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und beanspruchte zudem viel Platz. So konnte sich die Technologie bis heute nie richtig durchsetzen, weshalb Kinect im Jahr 2017 auch wieder eingestampft wurde. 

Motion Control lebt jedoch weiter und spielt bei Virtual Reality Games immer noch eine große Rolle. Die erlebten 2012 mit Oculus Rift ihren ersten Aufschwung – der ersten wirklich brauchbaren 3D Brille zum Zocken. Seitdem heißt es: Brille aufsetzen und eintauchen in dein Lieblingsspiel. Denn damit kannst du dich in den Welten von Fallout, Resident Evil, Doom und Co. umsehen, als wärst du live vor Ort. Noch ist die Zahl der VR-Titel aber überschaubar und nach dem anfänglichen Hype ist es um die VR-Technik auch wieder ruhiger geworden. Dennoch wird mit Oculus Rift und der Playstation VR dein Ausflug in die Virtual Reality stetig weiterentwickelt und bleibt ein Spielerlebnis der Zukunft.  

Back to the Future – Indie Games und Retro-Trend

Nicht nur das Spielen selbst findet heute online statt, sondern auch der Verkauf der Software. Mit Steam, Playstation Store und Co. hat sich das Spiele-Shopping im Netz etabliert: es ist bequemer, schneller und oft sogar preiswerter als der Einkauf im Ladengeschäft. Durch die neuen kostengünstigen und flächendeckenden Distributionsmöglichkeiten im Internet haben vor allem kleine Spieleentwickler wieder die Chance, ihre Games an den Mann zu bringen.

Das hat auch die Spielelandschaft abseits vom Mainstream in den letzten Jahren um einige echte Spielkunstwerke bereichert. Das bekannteste unter ihnen ist das Indie Game Minecraft, das sich fast zu einer eigenen Subkultur entwickelt hat. 

Viele Games der Indie-Entwickler brechen dabei bewusst mit den Konventionen des Spielemarkts: durch den subversiven Einsatz veralteter Grafik oder unpopulärer Spielmechaniken schaffen es die kleinen Indie-Studios immer wieder, große Trends zu setzen. Der Retro-Trend, der in den letzten Jahren vor allem auf das  Konto besagter Querdenker geht, wurde natürlich auch von den großen Firmen adaptiert. So hat Nintendo 2017 seine alten Konsolen wie den SNES & NES als Miniversion mit vorinstallierten Video Games wieder aufgelegt und auch Sony brachte seine Playsation 1 nochmals auf den Markt. Und als ob das alles nicht schon genug wäre, werden derzeit reihenweise  Pixelklassiker der Spielgeschichte wie „Age of Empires“ eins zu eins für HD-Auflösung adaptiert.

Für die kleinen Spielehersteller hat sich in den letzten Jahren auch der Vertrieb von „Early Access Games“ als Sprungbrett erwiesen. Early Access bedeutet: ich kaufe ein halbfertiges, aber schon spielbares Game voller Bugs, um damit die weitere Entwicklung zu unterstützen. Was früher undenkbar war, ist mittlerweile zu einem lukrativen Geschäftsmodell geworden.

Ein Level aus einem alten 16 Bit Jump & Run
Retro Trend – die Pixelparty ist bei Video Games heute wieder modern.

Smartphones, Playstores und Pay to Win

Durch das Downloadgeschäft mit den Video Games ist auch der Online-Verkauf von virtuellen Gütern, Zusatzinhalten und Items zum Kassenschlager geworden. So kannst du in vielen Online Spielen besondere Kleidungsstücke für deine Spielfiguren dazu kaufen, um sie einzigartig zu machen. Oft werden auch Ausrüstungsgegenstände verkauft, die deinen Charakter stärken und so im Spiel helfen. Damit hat sich eine ganz neue Kategorie von Video Games entwickelt. Bei „Pay to Win“ Games bekommst du das Spiel kostenlos, um aber erfolgreich zu sein, mußt du jede Menge teuren Kram mit echtem Geld dazukaufen. Die meisten dieser Titel werden „Free to Play“ in den App-Stores fürs Smartphone oder auf den Social-Media Plattformen angeboten. 

Ein Beispiel für die durchaus bedenkliche Entwicklung war das Game „Farmville“ bei Facebook. Hier konnte man über Wochen, Monate und Jahre einen Bauernhof aufbauen. Die Crux daran: für alles, was man im Spiel aufbaute, brauchte man die Hilfe anderer User und alles dauerte elend lange, oft Stunden bis mehrere Tage – außer man bezahlte echtes Geld, um schneller weiterzukommen. Kaum zu glauben, aber 80 Millionen Nutzer hat das in seinen Bann gezogen und viele von ihnen gaben mehrere hundert Euro aus, um ihre Felder zu bestellen und den schönsten Bauernhof auf Facebook zu haben! Seit 2011 übersteigen die Einnahmen für Spiele-Apps in den Playstores von Android und Apple die des klassischen Spielemarktes. 

Da man seinen kleinen Minicomputer immer in der Tasche hat, geht der Trend nun dahin, alle umsatzstarken Konsolen- und PC-Spiele auch fürs Smartphone anzubieten. So kannst du mittlerweile fast alles, was das Herz begehrt, auch unterwegs spielen. Und dank der leistungsstarken Hardware sehen viele der Spiele dabei auch noch besser als damals auf der Playstation aus. 

Das nächste Level der Video Games

Heutzutage wird so viel gespielt wie nie zuvor, quer durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen. Ob mit der Konsole, am Computer oder auf dem Smartphone – alle lieben es und die Möglichkeit, überall und bei jeder Gelegenheit zu zocken, ist ja auch wirklich verführerisch. Dabei macht es Cloud-Gaming jetzt noch einfacher, Zugriff auf all die tollen Video Games zu haben! Wie bei Netflix brauchst du nur ein Abo und schon kannst du Spiele ganz einfach via Stream zocken, ohne dir über hohe Hardwareanforderungen Gedanken machen zu müssen. Wenn du es ausprobieren möchtest, bist du bei Playstation Now, Geforce Now oder Apple Arcarde genau richtig!