Digitale Früherziehung: Sind Handys und Tablets kindgerecht?

Ob ein Tablet für Kinder in Ordnung ist, wird für Eltern heute bereits zur Gewissensfrage. Die einen möchten ihre Kinder möglichst gut auf die Zukunft vorbereiten und sehen die digitale Früherziehung als etwas Positives. Andere finden Tablets nicht kindgerecht und haben Angst vor der Suchtgefahr oder denken, es könnte ihre Entwicklung beeinflussen. In welchem Alter sollten Kinder also mit der modernen Technik in Kontakt kommen? Und worauf sollten Eltern dabei achten?

Mit Tablets können die Kleinen nicht nur spielen, sondern auch lernen.Westend61/ Getty Images
Mit Tablets können die Kleinen nicht nur spielen, sondern auch lernen.

Digitale Früherziehung: Mit dem Zeigefinger die Welt erkunden

Wir konnten es bestimmt alle schon mal beobachten – Kleinkinder und sogar Babys fühlen sich magisch angezogen von Smartphones und Tablets. Nicht umsonst gibt es inzwischen einige Tablets für Kinder. Die meisten entdecken die moderne Technik durch das Ansehen von Fotos. Das Swipen lernen sie sehr schnell und entdecken intuitiv Funktionen, von denen Mama und Papa teilweise noch nichts wussten. Schon bald sind andere Apps nicht vor ihnen sicher und auch YouTube wird erforscht. Hier sollten Eltern natürlich ein Auge darauf haben, was die Kleinen sich ansehen oder spielen. Inzwischen gibt es jedoch viele Apps, die sinnvoll und kindgerecht sind. Teilweise bringen sie Kindern sogar etwas bei. Auf YouTube Kids sind Kinder sicher unterwegs, denn die kindgerecheten Videos werden gefiltert und, soweit es geht, kontrolliert. So sind sie auch zur Früherziehung geeignet. Trotzdem ist es wichtig, dass Kinder die digitale Welt nicht allein erkunden. Zudem sollte man auch vorher bereits zusammen Zeiten festlegen. So umgeht man nicht nur Streitereien, es bleibt auch noch genügend Zeit zum gemeinsamen Spielen.

Auch mit Tablet wollen Kinder nicht auf Freunde verzichten.Emma Innocenti/ DigitalVision/ Getty Images
Digitale Früherziehung: Auch mit Tablet wollen Kinder nicht auf Freunde verzichten.

Tablet für Kinder oder Teddy?

Doch ist es tatsächlich so, dass Tablets und Co. dem Teddy die Schau stehlen? Darüber muss man sich grundsätzlich erst mal keine Gedanken machen. Auch klassische Spielzeuge sind Kindern noch sehr wichtig und auch ein Tablet für Kinder kann nicht alles ersetzen. Zwar wünschen sich immer mehr Kinder ein eigenes, doch auch auf das Spielen mit Freunden oder den Eltern wollen die Kleinen nicht verzichten. Bietet man Kindern genügend kindgerechete Alternativen, werden sie sich nicht nur auf Tablets beschränken. Trotzdem kann die digitale Früherziehung durch die vielen Möglichkeiten auch einen positiven Einfluss nehmen. Denn Lernen macht mit einem Tablet für Kinder gleich viel mehr Spaß.

Ein Geheimrezept gibt es also nicht. Vielmehr geht es darum, individuell passende Regeln und das richtige Maß zu finden. In unserer neuen Folge von „Let’s talk digital“ haben wir deshalb wieder Kinder und Eltern mit Fragen rund um die digitale Früherziehung gelöchert. Die entlockten Geständnisse, womit Kinder wirklich gerne spielen und welche Regeln andere Eltern nutzen, kannst du dir jetzt im Video ansehen. Viel Spaß!