Sprichst du Digital? Oder verstehst du vor lauter Memes, Selfies, Leetspeak, Hashtags, Social Media Trends und Co. nur noch Bahnhof? Dann  bist du nicht allein: Viele Eltern haben das Gefühl, dass ihre Kids längst eine andere Sprache sprechen. Doch nutzt die Generation Internet das Netz wirklich so anders? Und wie können digitale Missverständnisse beseitigt werden? Wir geben Sprachunterricht!

Gerade für jüngere Generationen ist das digitale Zeitalter eine Riesenchance. Und da Digitalisierung nicht beim Familienleben aufhört, solltest auch du über die aktuellen Social Media Trends Bescheid wissen und welche Plattformen bei jungen Menschen angesagt sind. Allein die Kenntnis darüber hilft dir schon, deine Kinder besser zu verstehen und digitale Missverständnisse zu beseitigen. Aber natürlich gibt es noch viel mehr digitale Vokabeln, die wir dir jetzt ein wenig näherbringen wollen.

Können Emojis reale Mimik ersetzen?

Auch fehlende oder falsch verstandene Emojis können zu Missverständnissen führen. Schuld ist die nicht vorhandene interpersonale Interpretationsmöglichkeit, die es bei digitaler Kommunikation naturgemäß nicht gibt. Denn steht man sich persönlich gegenüber, kann man gesprochenen Wörtern durch seine Mimik noch eine weitere Ausdrucks- und damit Interpretationsebene verleihen. Das ist zum Beispiel wichtig, um Ironie besser verstehen zu können. Emojis sollen die Mimik in der digitalen Kommunikation zwar ersetzen, bieten aber häufig auch wieder neues Potenzial für Fehlkommunikation.

„Du hast ja gar keinen Zwinker-Smiley mitgeschickt? Du bist doch jetzt nicht sauer auf mich?“

Damit du absolut auf der sicheren Seite bist, lernst du am besten erst einmal die wahre Bedeutung von Aubergine, Pfirsich und Co. kennen, um dich bei der nächsten inflationären Nutzung nicht aus Versehen zu blamieren – und auch um eindeutig zweideutige Signale klar zu verstehen.

Noch weniger digitale Missverständnisse kommen auf, wenn du die wichtigsten Chat-Abkürzungen wie ROFL oder FML kennst. Und wenn du dich zu den ganz neugierigen digitalen Sprachwissenschaftlern zählst, bringt dich die Entwicklung der Emojis von der Erfindung bis jetzt auf den neuesten Stand. Wusstest du eigentlich, dass der Grundstein für unsere heutigen Emojis bereits 1881 mit typografischer Kunst gelegt wurde?

ater und Sohn sitzen auf der Couch und spielen Videospiele.Tom Werner / DigitalVision / Getty Images
Wenn du Leetspeak lernst, verstehst du deine Kids bald auch beim Gaming.

Leetspeak, Hashtags und Challenges

Dein kleiner Racker bezeichnet dich wiederholt als „Noob“? Sei’s drum! Aber bevor dir jetzt vor Stolz die Brust platzt, solltest du unbedingt wissen, dass es sich um alles andere als ein Kompliment handelt. Denn was im Real Life ein absoluter Beginner, Neuling und Anfänger ist, wird im Internet nur salopp als Noob bezeichnet. Oder auch als bOOn, DAU oder Failbon. Es handelt sich um sogenanntes L337-Speak (Leetspeak von engl. elite, „Elite“, und speak, „sprechen“). Eine wortreiche linguistische Präferenz, die vor allem in Gamerkreisen ausgiebig genutzt, gesprochen und während virtueller Wettkämpfe getippt wird.

Apropos Wettkampf: Auch der findet heute digital statt. So sind die als „Challenges“ bezeichneten digitalen Herausforderungen ein wesentlicher Teil von Apps wie TikTok oder Videoplattformen wie YouTube. Im Grunde geht es darum, dasselbe zu tun, was auch andere tun. Mit mal hohem, mal weniger hohem Schwierigkeitsgrad. Jedenfalls gehen manche der Challenges dann viral und werden auch von Stars gekapert, die die digitale Reichweite nur allzu gern für eigene Zwecke nutzen.

Und apropos Reichweite: Was du vielleicht noch für die Entfernung hältst, die deine Familienkutsche mit einer Tankfüllung zurücklegen kann, vergrößern deine Kids längst mit „Hashtags“. Zumindest virtuell: Die Wörter mit vorangestelltem Doppelkreuz (#) sind auf Instagram, Facebook & Co. allgegenwärtig und werden zur Verschlagwortung bestimmter Themen genutzt. Wenn deine Kids also Hashtags nutzen, dann sorgen sie nur dafür, dass ihr Beitrag via Schlüsselwortsuche möglichst schnell gefunden wird. Ergo mehr Reichweite und #verstandenoderetwanicht?

Auch beliebt: Selfiewahn mit Filterkram

Bei allen digitalen Missverständnissen dürfte dir eine Sache ganz sicher nicht entgangen sein: Der Selbstdarstellungszwang, der durch die sozialen Medien unglaublichen Aufschwung erhalten hat. Teenies lieben Selfies und Selfies sind auch dafür verantwortlich, dass Erwachsene mit innovativen Hilfsmitteln kommerziellen Erfolg haben. Der geistige Vater des Selfie-Sticks darf sich jetzt mal getrost selbst auf die Schulter klopfen. Aber seien wir mal ehrlich: Wer freut sich nicht über Likes und nette Kommentare zu seinem Selbstporträt? Hier erfährst du übrigens, was die psychologischen Hintergründe des Selfiewahns sind.

Eng verwandt mit Selfies sind Filter, die du in WhatsApp, Instagram oder Snapchat nutzen kannst und die für deine Kids sicher schon alte Hüte sind. Dabei handelt es sich um Overlays, die deine Bilder und Fotos schöner, merkwürdiger oder auch lustiger machen. Es gibt sogar Genderswap-Filter, die deinen Sohn mit einem Tipper in die immer schon gewünschte Prinzessin verwandeln. Oder auch andersrum.

Junge Teens schießen mit Smartphone ein Selfie.Westend61 / Getty Images
Selfies sind die Selbstporträts von heute und gehen notfalls auch zu zweit – dann heißen sie Double-Selfie!

Memes: nur Witze oder digitale Kommunikation?

Wenn sich deine Kids vor Lachen krümmen und du nicht den blassesten Schimmer hast, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein „Meme“. Die lustigen Content-Häppchen verbreiten sich wie ein Lauffeuer – also viral – über das Web und werden vor allem in sozialen Netzwerken gepostet. Ganz konkret handelt es sich meist um eine Kombination von Bildern, Wörtern oder Videos, die immer wieder aufgegriffen und verändert werden, damit wieder etwas Neues daraus entsteht.

Zusammengefasst sind Memes die Insider-Witze der Netzgemeinde. Grumpy Cat z. B. war ein Großer. Und manche sind schon älter, sodass es sogar Nachrufe wie „Wie Meme-Stars heute aussehen“ auf sie gibt. Jedenfalls gibt es auch immer wieder neue, denn wenn die Netzgemeinde für eines bekannt ist, dann ihre überragende Kreativität. Welche Memes das letzte Jahr dominiert haben, erfährst du übrigens, wenn du dich zu unserem Beitrag „Digitaler Jahresrückblick 2018“ klickst!

Digitale Missverständnisse? Schnee von gestern!

Du siehst: Auch wenn ihr manchmal nicht die gleiche Sprache habt – digitale Missverständnisse sind dafür da, aus dem Weg geräumt zu werden. Quer durch alle Schichten und generationenübergreifend von jung bis alt. Und schau öfter mal im Unitymedia Universe vorbei, denn hier findest du unter dem Schlagwort „Aubergine“ alles, was dir hilft, deine Kids jetzt und in Zukunft noch besser zu verstehen.