Handys bzw. Smartphones haben sich inzwischen zu kleinen Computern entwickelt, die die meisten Menschen immer und überall bei sich haben. Doch wie findest du in diesem riesigen Angebot das Smartphone, das am besten zu dir passt? Und wenn du es dann gefunden hast, wie richtest du es ein? Wir haben die wichtigsten Kriterien für dich zusammengestellt, die du bei der Auswahl deines Smartphones berücksichtigen solltest. Außerdem begleiten wir dich Schritt für Schritt durch die Einrichtung deines neuen, digitalen Alltagsbegleiters und stellen dir die wichtigsten App-Rubriken vor.

5 Kriterien zur richtigen Smartphone-Auswahl

Das Betriebssystem

Damit ein Smartphone überhaupt funktioniert, ist ein Betriebssystem erforderlich. Bei ungefähr 80% aller Handys in Deutschland ist dies das Betriebssystem Android, welches vom Internetkonzern Google entwickelt wurde. Smartphones der Firma Apple, auch unter dem Namen iPhone bekannt, verfügen jedoch über ein eigens von Apple entwickeltes Betriebssystem. Dieses nennt sich iOS

Da sich die Technik permanent weiterentwickelt, ist es wichtig, dass dein Betriebssystem immer auf dem aktuellen Stand ist. Durch regelmäßige Updates bzw. Aktualisierungen werden beispielsweise Sicherheitslücken geschlossen. Deshalb solltest du beim Kauf eines Smartphones darauf achten, dass das darauf verwendete Betriebssystem möglichst aktuell ist. Häufig schaffen die Hersteller nämlich den Support für ältere Betriebssysteme ab, wenn deren Marktanteil zu gering wird.

Die Kamera

Möchtest du viele und qualitativ hochwertige Fotos mit deinem Smartphone schießen, solltest du Wert auf eine gute Kamera legen. Eine hohe Auflösung (mindestens 12 Megapixel) und das Vorhandensein zusätzlicher Funktionen, wie optischer Bildstabilisator und Autofokus, sind Indizien für eine qualitativ hochwertige Kamera. Generell gilt: Je teurer ein Smartphone ist, desto wahrscheinlicher wurde hier eine gute Kamera eingebaut und die dafür erforderliche Software individuell auf das Handy abgestimmt.

Das Display

Fotos, Videos und Co. lassen sich auf einem großen Bildschirm bequem anschauen. Auch für Videospiele und zum Lesen ist eine große Bildschirmdiagonale ratsam. Wichtig für ein scharfes Bild ist die Auflösung. Bei einem Display mit einer Diagonale von 5 Zoll und Full-HD sollte die Auflösung bei mindestens 1.920 x 1.080 Pixeln liegen.

Der Speicher

Die Geschwindigkeit, mit der das Smartphone arbeitet, hängt vom zur Verfügung stehenden Arbeitsspeicher ab. Je größer dieser ist, desto leistungsfähiger ist das Handy und desto schneller werden Daten und Apps geladen. Leider ist ein Smartphone mit einem großen Arbeitsspeicher auch teuer in der Anschaffung. 

Vom Arbeitsspeicher ist der interne Speicher zu unterscheiden, auf welchem Dateien wie Musik, Fotos und Videos abgelegt werden. Auch hier gibt es Unterschiede in der Geräteausstattung. Wer viele Apps nutzen und viele Videos, Fotos und Musikdateien speichern möchte, sollte auf einen Arbeitsspeicher von mindestens 32 Gigabyte zurückgreifen. Zudem sollte ein Slot, also ein Steckplatz, vorhanden sein, in den eine zusätzliche Speicherkarte (sogenannte SD-Karte oder Micro-SD-Karte) eingelegt werden kann. Denn so kann der interne Speicher des Smartphones bei Bedarf leicht erweitert werden.

Der Akku

Ein Handy, das ständig aufgeladen werden muss, kann seinen eigentlichen Zweck, nämlich damit mobil unterwegs zu sein, nicht erfüllen. Beim Kauf solltest du daher auf eine ausreichend große Akku-Kapazität achten. Großen Einfluss auf den Energieverbrauch hat beispielsweise das Display. Je größer und heller es ist, desto mehr Energie benötigt es.

Normalerweise werden Smartphones per Kabel an der Steckdose aufgeladen. Inzwischen gibt es jedoch auch Geräte, die sich induktiv, also allein durch das Einlegen des Handys in ein Ladepad, aufladen lassen.

Einstieg in die digitale Welt; Paar mit SmartphoneLeren Lu/Getty Images
Die Einrichtung eines neuen Smartphones kann durchaus Spaß machen.

Nachdem du dir das passende Handy ausgesucht und gekauft hast, geht es an die Einrichtung. Wie nimmst du das Gerät nun in Betrieb? Wir führen dich in 10 Schritten durch den Einrichtungsprozess.

10 Schritte zur Einrichtung deines Smartphones

1. Allgemeine Einstellungen vornehmen

Nach dem ersten Einschalten musst du zunächst deine Sprache und die Zeitzone einstellen, in der du dich befindest. Anschließend kannst du den Startbildschirm nach deinen Wünschen personalisieren. Welche Farbe soll der Hintergrund haben? Welche Apps sollen auf dem Startbildschirm erscheinen? Soll die Uhrzeit angezeigt werden? Hier bist du in der Gestaltung völlig frei.qqq

2. SIM-Karte einlegen

Um telefonieren und unterwegs mobiles Internet nutzen zu können, ist eine sogenannte SIM-Karte erforderlich. Diese wird in den hierfür vorgesehenen Slot deines Handys eingelegt. Die Größe der erforderlichen SIM-Karte hängt vom Gerätemodell ab. Die Smartphones der neuesten Generation verwenden in der Regel Nano-SIM-Karten, also die kleinsten erhältlichen SIM-Karten. Eine solche SIM-Karte erhältst du bei einem Telekommunikationsanbieter deiner Wahl.

3. Sicherheitseinstellungen vornehmen

Um dein Handy vor dem Zugriff unberechtigter Personen zu schützen, solltest du bei den Einstellungen deines Smartphones einen Sperrbildschirm einrichten. Je nach Gerät kannst du ein Passwort, einen PIN-Code, ein Muster zum Nachzeichnen auf dem Bildschirm oder eine Stimmen- bzw. Gesichtserkennung einrichten. Zum Entsperren ist dann beispielsweise der richtige Code oder eben deine Stimme erforderlich.

4. Datensicherung automatisieren

Sowohl Google als auch Apple bieten die Möglichkeit, alle Daten, die sich auf deinem Smartphone befinden, zusätzlich in der sogenannten Cloud abzuspeichern. Von Kontaktdaten über Einstellungen bis hin zu Apps können sämtliche auf deinem Handy vorhandenen Daten so doppelt gesichert werden. Sollte dir dein Handy einmal abhanden kommen oder kaufst du dir ein neues Smartphone, kannst du die Daten deines alten Handys einfach auf das neue Gerät übertragen.

5. Fernzugriff einrichten

Für den Fall, dass dein Smartphone tatsächlich einmal in falsche Hände gerät, kannst du alle darauf gespeicherten Daten per Fernzugriff löschen. Diese Funktion musst du jedoch zuvor aktiviert haben. Unter den Sicherheitseinstellungen deines Handys kannst du die Geräteadministration vornehmen und den Gerätemanager einschalten. So kannst du von einem PC oder einem anderen Smartphone aus auf deine Daten zugreifen oder dieses orten.

Einstieg in die digitale Welt; Mann mit SmartphonePhotoAlto/Frederic Cirou/Getty Images
Mit den richtigen Apps auf dem Smartphone bleibt man immer informiert.

6. Mit WLAN verbinden

Verfügst du zu Hause über WLAN oder möchtest du während eines Besuchs bei deinen Freunden deren WLAN nutzen, verbindest du dein Smartphone ganz einfach mit dem entsprechenden Netzwerk. Hierfür wählst du unter den Einstellungen deines Handys das korrekte WLAN-Netzwerk aus den verfügbaren Verbindungen aus und gibst das Passwort ein. Anschließend verbindet sich dein Smartphone mit dem gewählten Netzwerk. So reduzierst du den Verbrauch deiner mobilen Daten.

7. Google- bzw. Apple-Konto einrichten

Um dein Smartphone vollumfänglich nutzen zu können, ist die Einrichtung eines Accounts, also eines Kontos, beim jeweiligen Betreiber deines Betriebssystems erforderlich.

8. Kontakte hinzufügen

Damit du nicht ständig nach den Telefonnummern und anderen Kontaktdaten deiner Freunde, Familie und Geschäftspartner suchen musst, kannst du diese bequem im internen Speicher deines Handys oder auf der SD-Karte speichern. Hierfür gibst du alle Daten im Adressbuch bzw. bei den Kontakten ein oder verknüpfst dein Telefon einfach mit deinem Google- bzw. Apple-Konto.

9. Sprachsuche nutzen

Googles Alexa und Apples Siri sind Sprachassistenten, die dir die Suche im Internet erleichtern. Dank ihnen entfällt lästiges Tippen. Stattdessen sprichst du deine Suchanfrage einfach aus. Der Sprachsuche im Internet wird aktuell ein deutlicher Zuwachs prognostiziert. Also probiere es selbst doch einfach mal aus.

10. Apps herunterladen

Im Google Play Store bzw. im App Store von Apple finden sich unzählige Apps. Auch Amazon und die Hersteller der Smartphones verfügen in der Regel über eigene App Stores. App steht für Applikation. Darunter sind kleine Computerprogramme zu verstehen, die eine bestimmte Funktion erfüllen. 

Bei der Installation solcher Applikationen solltest du darauf achten, welche Kosten für deren Nutzung anfallen können. So gibt es beispielsweise Apps, die komplett kostenfrei genutzt werden können. Einige musst du stattdessen käuflich erwerben. Bei anderen wiederum gibt es die Möglichkeit, innerhalb der App Käufe zu tätigen, um deren Funktionsumfang zu erweitern. Möchtest du zahlungspflichtige Apps oder Funktionen nutzen, musst du zuvor in deinem Google- bzw. Apple-Konto eine Zahlungsmethode hinterlegen.

Beliebte Apps sind beispielsweise Kommunikationsplattformen, sogenannte Messenger, und die Apps sozialer Netzwerke. Ebenso gibt es Wetter- und Nachrichten-Apps. Einige Apps sind auf jedem Smartphone bereits vorinstalliert. Auf die Apps, die du unbedingt haben musst, gehen wir nachfolgend ein.

Einstieg in die digitale Welt; Frau mit SmartphoneHero Images/Getty Images
Das erste Smartphone kann eine Herausforderung sein, ist aber dennoch kein Hexenwerk.

Die 10 wichtigsten App-Rubriken

Sicherheit

Die Sicherheit deiner Daten sollte an erster Stelle stehen. Deshalb ist die Installation einer Security-App zum Schutz vor bösartiger Software (Malware) und Datendiebstahl ein absolutes Muss. Das kostenlose Sophos Mobile Security steht bei Android-Nutzern derzeit hoch im Kurs. Aber auch Kaspersky und Avira Antivirus gibt es inzwischen nicht mehr nur für Desktopgeräte, sondern eben auch fürs Smartphone.

Ein Passwort-Manager, wie beispielsweise KeePass2, ist eine perfekte Ergänzung. Hier kannst du alle deine Passwörter speichern und musst dir anschließend nur noch ein Passwort, nämlich dasjenige für den Passwort-Manager, einprägen. Sämtliche Daten innerhalb des Managers werden verschlüsselt und so vor dem Zugriff durch unberechtigte Dritte geschützt.

Messenger

Ob WhatsApp oder der Facebook-Messenger: Um einen Messenger-Dienst kommst du heute kaum mehr herum. Das Verschicken von Text- oder Sprachnachrichten, lustigen Videos oder animierten Bildern an Freunde und Familie ist inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Kommunikation geworden. Und das ist längst nicht mehr alles, was man mit Messenger-Apps tun kann. Denn auch mehr und mehr Unternehmen erschließen sich diesen Weg zur Kommunikation mit ihren Kunden.

Allerdings leidet die Popularität dieser meistgenutzten Messenger durch den schlechten Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer. Dafür gewinnen bisher unbekanntere Messenger an Beliebtheit. Dazu zählen beispielsweise Threema, Signal und Telegram.

Soziale Netzwerke

Wer kennt nicht Facebook, Instagram, Snapchat und Co.? Selbst, wenn du bisher noch kein Smartphone hast, sind dir diese Namen bestimmt schon häufig begegnet. Soziale Netzwerke sind der absolute Renner, wenn es um das Verbreiten von wichtigen und unwichtigen Informationen geht. Hier wird geliked, geteilt und kommentiert, was das Zeug hält. Im Gegensatz zu Messenger-Diensten sind die hier veröffentlichten Daten standardmäßig, also per Default, öffentlich für alle Nutzer des Netzwerks sichtbar. Es lohnt sich, einen Blick in die Einstellungen zur Privatsphäre zu werfen und diese an deine eigenen Vorstellungen anzupassen.

E-Mail

Zur Verwaltung deines E-Mail-Postfachs über dein Smartphone bieten Google (Gmail), Apple (Apple Mail) und alle namhaften Anbieter von Freemail, also kostenlosen E-Mail-Adressen, eigene Apps an. Auch der E-Mail-Dienst Outlook des Herstellers Microsoft steht als App zur Verfügung. 

Kalender

Die Funktion eines Kalenders kann in die App eines E-Mail-Anbieters integriert sein. Es gibt jedoch auch Apps, die nur über eine Kalender- und ggf. eine Notizenfunktion verfügen. Google darf hier natürlich nicht fehlen und ist mit Google Calendar für Android vertreten.

Nachrichten

Auch Nachrichten-Apps gibt es wie Sand am Meer. So gut wie jede Zeitung und jeder Fernsehsender stellt dir eine Smartphone-App zur Verfügung. Interessant ist die App Tagesschau in 100 Sekunden. Darin liefert die Tagesschau einen schnellen Überblick über die aktuellen Nachrichten.

Karten und Navigation

Unverzichtbare Helfer zur Orientierung und Navigation sind Karten-Apps wie Google Maps oder MAPS.ME. Es gibt sie in Online- und Offline-Versionen, für die ganze Welt oder beschränkt auf einen Ort, speziell für Wanderer oder Fahrradfahrer. Häufig ermöglichen diese Apps nicht nur die Navigation zu bestimmten Zielen, sondern helfen auch Restaurants, Tankstellen und andere Sonderziele zu finden.

Banking

Online-Banking ist für viele schon lange nicht mehr wegzudenken. Zunächst wickelte man seine Bankgeschäfte noch am PC ab. Seit dem Siegeszug der Smartphones gibt es jedoch auch Banking-Apps, über die man seinen Kontostand abrufen, Überweisungen und ähnliches durchführen kann. Jeder Finanzdienstleister, der etwas auf sich hält, ist inzwischen mit einer eigenen App in den verschiedenen App Stores vertreten.

Spiele

Unangefochtene Spitzenreiter in den Download-Charts im Google Play Store sind reihenweise Apps der Gattung Spiele. Im Juni 2019 stand beispielsweise Coin Master auf Platz 1, das in jüngster Vergangenheit erfolgreich die Werbetrommel gerührt hat. Bei Beutezügen in Wikinger-Manier gilt es, so viele Schätze wie möglich anzusammeln. Dabei wird auch gegen andere Spieler gespielt. Bei Bottle Flip 3D sind deine Agilität und Koordination gefragt, wenn es darum geht, eine Plastikflasche mit Saltosprüngen von einem Gegenstand zum nächsten zu bewegen.

Gesundheit

Beim Abnehmen übernimmt die App das Kalorienzählen (z. B. Fat Secret). Wer Rückenschmerzen hat, sucht nach einer App mit Übungen, um den Rücken zu stärken (z. B. Rückenschule). Und wer sich entspannen möchte, nutzt eine App mit Entspannungsübungen (z. B. Breathe). Im Gesundheitsbereich überschlagen sich die Angebote. Häufig ist es schwer, eine gute App zu erkennen und vor allem einzuschätzen, ob diese zu dir passt. Da hilft nur eines: Ausprobieren!

Bei all diesen Kriterien und Hinweisen denkst du jetzt vielleicht, dass das alles zu kompliziert ist und du lieber auf ein Smartphone verzichten möchtest. Doch da können wir dich beruhigen: Man muss weder studiert haben noch ein Technikgenie sein, um sich sein passendes Smartphone aussuchen und einrichten zu können.