37 ungelesene Nachrichten, zwölf „lustige“ Bilder und drei versehentlich enthüllte Geheimnisse: Wenn man nach den gängigen Klischees geht, sieht der Alltag mit einer Familiengruppe auf WhatsApp ungefähr so aus. Klingt eher nervig, oder? Damit ihr die Vorteile einer familiären WhatsApp-Gruppe genießen und über die Nachteile lachen könnt, haben wir einen kleinen Survival-Guide zum Thema „Familiengruppe auf WhatsApp“ zusammengestellt.

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Vorteile einer Familiengruppe auf WhatsApp

Die Idee der Familiengruppe auf WhatsApp ist nicht ohne Grund entstanden. Im Grunde ist so eine WhatsApp-Gruppe praktisch, um immer up to date zu sein. Wenn eine Information die ganze Familie betrifft, müsst ihr heute nicht mehr jeden einzeln anrufen, sondern könnt bequem eine Nachricht in die WhatsApp-Gruppe schreiben. Und gerade wenn die Kinder schon groß sind, ist ein digitales Familienleben dank Familien Apps doch immer noch besser als gar keins.

Eine Familiengruppe auf WhatsApp kann das Familienleben digital unterstützen.Ababsolutum / E+ / Getty Images
Eine Familiengruppe auf WhatsApp kann das Familienleben digital unterstützen.

Die Familiengruppe auf WhatsApp muss sich auch gar nicht auf den engsten Vater-Mutter-Kind-Kreis beschränken. Sie bietet zum Beispiel auch die ideale Gelegenheit, auch Oma und Opa digital zu integrieren. Mit einem Smartphone ausgestattet können eure Kinder ihre Großeltern in die faszinierende Welt der digitalen Kommunikation entführen. Und das kann so richtig zusammenschweißen, wenn die Kleinen auch mal den Großen etwas erklären können. Und dauerhaft können so auch Oma und Opa viel aktiver am Familienleben teilnehmen.

Opa und Enkel in der Familiengruppe auf WhatsAppfiladendron / E+ / Getty Images
Damit in der Familiengruppe auf WhatsApp auch alles funktioniert, können die Kleinen Oma und Opa helfen.

In der WhatsApp-Gruppe ist Feingefühl gefragt

Die typischen Klischees zur Familiengruppe auf WhatsApp kommen allerdings nicht von ungefähr. Was in der Theorie nach einem praktischen Informationsaustausch für die Familie per WhatsApp-Gruppe klingt, kann schnell zum lästigen Nachrichten-Spam werden. Denn leider stehen in der Familiengruppe auf WhatsApp zu häufig auf der Tagesordnung: unnötige Nachrichten, Diskussionen über den Familienurlaub oder wahnsinnig witzige Bilder (Hinweis: meistens findest du es lustig, die Anderen aber nicht). Deshalb sollte für alle Mitglieder der Familie online gelten: Qualität vor Quantität! Einen ersten Hinweis auf den Nutzen einer Gruppe kann oft schon ihr Name geben. Wenn also eine Familiengruppe auf WhatsApp „Picknick“ heißt, sollten sich die Nachrichten auch um die Organisation des Picknicks konzentrieren. Ein paar Nachrichten rund um die Vorfreude sind wohl auch noch akzeptabel. Aber bitte nicht 90 Prozent Bilder und Videos verschicken, die wirklich keiner witzig findet, abgesehen von dir selbst. Und die auch nichts mit dem Picknick zu tun haben. Ein typischer WhatsApp-Familiengruppen-Klassiker.

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Daher sollte man sich immer die Frage stellen: Interessiert wirklich alle Gruppenmitglieder, was ich gerade gefrühstückt habe oder welcher ehemalige Klassenkamerad mir über den Weg gelaufen ist? Wenn von 10 Familienmitgliedern in der WhatsApp-Gruppe nur ein bis zwei etwas mit der Info anfangen können, ist eine persönliche Nachricht immer besser als eine WhatsApp in die ganze Gruppe. Und auch bei der Planung von Geburtstagen ist Vorsicht geboten. Denn die eine oder andere Überraschung ist in der Familiengruppe schon in die Hose gegangen, weil das Geburtstagskind eben auch selbst Mitglied der WhatsApp-Gruppe war und die gesamte Planung der Familie mitlesen konnte.

Wenn es doch mal zu einem regelrechten Nachrichten-Spam kommt, gibt es zudem einen Trick: einfach stumm schalten. Wenn ihr innerhalb der Familiengruppe auf WhatsApp in den Info-Bereich klickt, findet ihr einen Button „Stumm“. Hier könnt ihr entscheiden, ob ihr die WhatsApp-Gruppe für acht Stunden, eine Woche oder sogar ein ganzes Jahr lang stumm schalten möchtet. In diesem Modus erhaltet ihr keine Push-Benachrichtigung für jede einzelne abgeschickte Nachricht innerhalb der Gruppe. Ihr könnt aber weiterhin das komplette Gespräch mitverfolgen. Und keine Sorge: Die anderen Gruppenmitglieder bekommen nichts von eurer Aktion mit. Selbstverständlich lässt sich die Einstellung auch jederzeit wieder aufheben.

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Praktisch ja, persönlich naja.

So praktisch eine Familiengruppe auf WhatsApp aber auch sein mag, am persönlichsten ist noch immer das direkte Gespräch. Gerade bei ernsten Themen sollte die WhatsApp-Gruppe also nicht herhalten. Ist ein Familienmitglied erkrankt oder ein heftiger Streit ausgebrochen? Auch wenn eine schnelle Nachricht per WhatsApp-Gruppe einfach ist, wäre sie in solchen Situationen unangebracht. Und apropos verlockend: Gerade als Eltern kann man sich auch mal dazu hinreißen lassen, die Familiengruppe auf WhatsApp zur kleinen Kinder-Kontrollzentrale umzufunktionieren. Ständige Fragen wie „Wo bist du“, „Was machst du“ oder „Warum antwortest du nicht, wenn du meine Nachricht gelesen hast“ führen im Ernstfall einfach nur dazu, dass die Kinder aus der WhatsApp-Gruppe wieder austreten. Denn so fühlen sie sich nicht nur beobachtet, sondern auch noch vor dem Rest der Familie bloßgestellt.

Ein paar Benimmregeln für Familiengruppen auf WhatsApp können helfen, damit die WhatsApp Gruppe nicht zur Nervensäge wird.EMS-FORSTER-PRODUCTIONS / DigitalVision / Getty Images
Ein paar Benimmregeln für Familiengruppen auf WhatsApp können helfen, damit die WhatsApp Gruppe nicht zur Nervensäge wird.

Und zum Schluss noch ein kleiner Fun Fact zur Frage: Darf man auf WhatsApp eigentlich rumpöbeln? Oder können Chat-Beleidigungen im Ernstfall auch vor Gericht landen? Hier gibt es Entwarnung: Die Familiengruppe auf WhatsApp ist „beleidigungsfreie Zone“. In Frankfurt hatte ein Vater gegen seine Schwiegermutter geklagt und verloren. WhatsApp-Gruppen gelten als „beleidigungsfreie Sphäre“, wo man sich frei äußern kann. Ein bisschen Pöbelei kann also noch keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Besser ist natürlich, erst gar keinen Grund für Stress in der WhatsApp-Gruppe zu haben. Wer ein bisschen Feingefühl zeigt und die Nerven seiner Familienmitglieder nicht überstrapaziert, kann von einer Familiengruppe auf WhatsApp richtig profitieren.