Mit seinen unzähligen Funktionen ist das Smartphone der ideale Begleiter auf deinem Weg zur gesunden Ernährung. Wir stellen dir einige besonders spannende Food-Apps vor, mit denen du dir jeden Schritt erleichterst – vom Einkauf über die Zubereitung bis hin zur Resteverwertung.

Food-Apps – Von der Lebensmittelauswahl bis zum Genuss

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens, kurz: E-Health, liegt im Trend. Auch bei der Ernährung spielen Gesundheitsgadgets eine große Rolle. Vor allem das Smartphone eignet sich optimal, um dich bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu unterstützen. Schon beim Einkauf kann es dir dabei helfen, Inhaltsstoffe und Bestandteile von Lebensmitteln zu erkennen. Besonders Allergiker und anderweitig gesundheitlich eingeschränkte Nutzer wie Diabetiker profitieren davon. Aber auch bei der richtigen Zubereitung, der schmackhaften Präsentation oder der Auswahl des Weines kann dein Smartphone ein nützlicher Begleiter sein. 

Dabei ist es völlig egal, welches Betriebssystem oder Smartphone-Modell du benutzt. Ein Großteil der Hersteller bietet seine Food-Apps sowohl für Apple- als auch für Android-Geräte an. Schau doch im Anschluss an diesen Artikel einmal in deinem App-Store vorbei und entdecke die breite Auswahl an Smartphone-Applikationen. Kleiner Tipp: Bei kostenpflichtigen Programmen bieten die Hersteller oftmals Testversionen an, wodurch du die App über einen kurzen Zeitraum komplett oder mit eingeschränkter Funktionsmöglichkeit ausprobieren kannst. So findest du am besten heraus, ob ein Programm zu dir passt. 

Kleiner Tipp: Auch Ernährungsexpertin Anastasia hat sich in der 1. Folge von Einfach Digital mit Food-Apps beschäftigt und verrät dir darin so manches Wissenswerte!

So unterstützen Food-Apps deinen Einkauf

Schon beim Einkauf kann dir das Smartphone eine große Stütze sein. Früher war es der absolute Super-GAU, den Einkaufszettel zu vergessen. Das passiert dank des Smartphones heutzutage nicht mehr. Es ist überall dabei und wird selten einfach zu Hause gelassen. Auf jedem Gerät gibt es eine Notiz-Funktion, mit deren Hilfe sich Einkaufslisten digital aufstellen und auf Wunsch archivieren lassen. Wenn du Wert auf das gewisse Extra legst, hast du mit Programmen wie Bring!, pon oder Die Einkaufsliste sogar die Möglichkeit, Einkäufe vorab noch genauer zu planen. Die Apps bieten dir etwa die Option, Zutaten anhand von Rezepten aufzulisten, sind mengengenau und sortieren nach Wunsch auch nach Kategorien wie etwa Obst und Gemüse, Brot und Konserven. So vermeidest du im Supermarkt längere Wege als nötig. Das schont auch den Geldbeutel. 

Vor Ort kannst du mithilfe eines Barcode-Scanners Preise ermitteln und vergleichen. Viele Smartphones enthalten entsprechende Programme von Anfang an. Falls nicht, helfen dir kostenlose Scanner-Apps wie barcoo weiter. In der Regel können diese neben Barcodes auch QR-Codes scannen. 

Doch nicht jeder kann im Supermarkt einfach zu den Dingen greifen, die er gerne essen würde. Gerade für Nutzer mit Unverträglichkeiten aller Art kann die Auswahl von Lebensmitteln zur Belastungsprobe werden. Laktose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker), Gluten oder Histamin sind häufig die Ursache für körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Hautprobleme. Apps wie CodeCheck, All I Can Eat oder Histamin, Fructose & Co. verraten dir ganz genau, was in deinen gekauften Produkten enthalten ist und können dich warnen, wenn du gegen einen Inhaltsstoff allergisch bist. Doch beim Einkauf kommt es nicht nur darauf an. 

Du legst Wert auf deinen ökologischen Fußabdruck? Dann sind Apps wie Saisonkalender vom Bundeszentrum für Ernährung für dich optimal. Sie zeigen dir, wann du am besten zu welchem Lebensmittel greifen solltest und geben dir obendrein Tipps zum aktuellen deutschen Marktangebot für über 70 verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Kleiner Tipp: Wenn es dein Geldbeutel zulässt, kauf doch öfter mal auf dem Wochenmarkt ein. Dein Smartphone verrät dir mithilfe von Apps wie Märkte live garantiert, wo du den nächsten in deiner Umgebung findest. Dadurch unterstützt du Bauern aus der Region und verminderst außerdem deinen ganz persönlichen CO2-Ausstoß.

Food-Apps – Rezepte und mehr

Sind die Einkäufe erst ins Haus geschleppt, geht es an die Zubereitung. Früher haben wir unser Kochbuch aufgeschlagen, uns ein schmackhaftes Essen herausgesucht und anschließend nach Rezept zubereitet. Im Laufe der voranschreitenden Digitalisierung hat das Smartphone aber zum Teil auch die Kochbücher ersetzt. Heutzutage stehen die guten Stücke höchstens als Dekoration in der Küche. Das ist aber auch kein Wunder, wenn es einem die unzähligen Rezepte-Apps so einfach machen, unser Lieblingsgericht zu kochen.

Programme wie Lecker, Chefkoch, Rezepte Kochbuch oder das sehr beliebte Kitchen Stories sind nicht nur allesamt deutlich günstiger als ein teures Rezepte-Sammelwerk aus der Buchhandlung. Mittlerweile haben selbst Starköche wie Jamie Oliver den Trend mitbekommen und stellen eigene Apps (Jamie Oliver’s Recipes) zur Verfügung. Je nach Programm zaubert dir die App dabei nicht nur die Zubereitungsschritte auf den Bildschirm. Es erstellt dir außerdem vorab eine Einkaufsliste, informiert dich über die verwendeten Zutaten und unterstützt dich mithilfe von Videos und Bildern bei der Zubereitung, damit auch wirklich nichts schiefgeht. So kann einfach jeder kochen!

Doch nicht nur klassische Rezepte-Apps können dir den Kochalltag erleichtern. Weißt du eigentlich, wie viele Teelöffel ein Esslöffel sind? Oder wie viele Pints einer Gallone entsprechen? Gerade wenn du gerne nach ausländischen Rezepten kochen möchtest, bist du mit der App Amount an der richtigen Adresse. Sie entschlüsselt für dich das Fachchinesisch der Rezepte-Apps und sorgt dafür, dass du in der Küche nie wieder Bahnhof verstehst. Hin und wieder kommt es auch vor, dass man einzelne Zutaten gar nicht genau kennt. Die App Fooducate informiert dich über jedes erdenkliche Obst und Gemüse. Fotografiere einfach die unbekannte Frucht mit deinem Smartphone und schon spuckt dir das Programm alles Wissenswerte dazu aus – von der richtigen Lagerung über die Zubereitung bis hin zu Geschichte und Anbau.

Food-Apps; Frau kauft mit Tablet einhoozone/Getty Images
Food Apps liefern dir nicht nur Rezepte, sondern sind auch sehr hilfreich beim Einkauf.

Mit Food-Apps gegen Lebensmittelverschwendung

Wer sich beim Kochen genau ans Rezept hält, läuft nicht so schnell Gefahr, über seinen eigenen Verbrauch einzukaufen. Trotzdem ist das Thema Lebensmittelverschwendung ein großes Problem. Dem Online-Portal Statista nach, werfen die Deutschen pro Jahr rund 55 Kilogramm Lebensmittel in den Müll. Einen Großteil davon, obwohl dieser eigentlich noch genießbar gewesen wäre. Doch das muss nicht sein! Genau deshalb gibt es mittlerweile zahlreiche Apps, mit deren Hilfe sich die eigene Lebensmittelverschwendung regulieren lässt. Und ganz nebenbei reduzierst du dabei auch noch den durch die Müllabfertigung ausgestoßenen CO2-Verbrauch. 

Mit Too Good to Go ist es möglich, Resteboxen aus Restaurants in der Umgebung zu kaufen. Der Preis liegt dabei deutlich unter dem regulären Preis für die einzelnen Gerichte und die Lebensmittelreste wandern nicht in die Tonne. Leider nehmen bislang vornehmlich Großstädte an diesem Projekt teil, weshalb es sich lohnt, eine hohe Nachfrage zu signalisieren und die eigene Stadt vorzuschlagen, sofern sie noch nicht am Programm teilnimmt. Die App ResQ funktioniert nach einem ganz ähnlichen Prinzip. 

Wenn du jedoch lieber Lebensmittel aus dem Supermarkt retten möchtest, sind Apps wie SIRPLUS und Etepetete ideal für dich. Die hierüber vertriebenen Lebensmittel entsprechen meist nicht der Norm, sind aber essbar und viel zu schade für den Müll. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, helfen die Apps Eat Smarter und Zu gut für die Tonne. Mit ihnen ist es möglich, auch den letzten Rest zu verwerten. Gib einfach deine übrig gebliebenen Nahrungsmittel ein und die Apps verraten dir, was sich Feines damit zaubern lässt. 

Kalorien zählen und gesund essen mit Food-Apps

Wer nicht nur auf eine umweltfreundliche, sondern auch auf eine ausgewogene Ernährung achtet oder sogar Kalorien zählt, für den lohnt sich ein Blick in den App-Store seines Smartphone-Anbieters doppelt und dreifach. Das Angebot an Programmen, die die Lebensmittel nicht nur auf Inhaltsstoffe, sondern auch auf Nährwerte überprüfen, ist riesig.

Zu den führenden unter ihnen gehört die Lebensmittelampel. Für die bestmögliche Unterstützung musst du zunächst deine Körpermaße, also Größe und Gewicht, eingeben. Anschließend kannst du jedes beliebige Lebensmittel auf seine Nährwerte überprüfen. Die App unterteilt sie passend zu deinen Maßangaben in grün, gelb und rot. Mit der Farbe grün versehene Lebensmittel passen optimal in deinen Ernährungsplan, bei gelb solltest du schon vorsichtiger sein. Rote Lebensmittel solltest du dagegen meiden, um nicht mehr Kalorien zu dir zu nehmen, als du verbrauchst. Die Lebensmittelampel ersetzt zwar keinen professionellen Ernährungsberater, ermöglicht dir allerdings eine leicht zu handhabende Übersicht über die von dir gekauften Produkte und unterstützt dich optimal bei der Einhaltung deines Ernährungsplans.

Apps wie diese funktionieren auf unterschiedliche Weise. Die Lebensmittelampel hat sämtliche Nährwertangaben bereits eingespeichert. Gibst du nun ein bestimmtes Produkt ein, versorgt es dich automatisch mit den Werten, damit du diese mit deinem eigenen Verbrauch abgleichen kannst. Wer dagegen lieber selbst Kalorien zählen will, für den eignen sich Apps wie CodeCheck oder Kalorienzähler Arise. Sie haben zwar eine ähnliche Funktionalität wie die Lebensmittelampel, lassen sich über ihren eingebauten Scanner aber noch leichter bedienen und rechnen die Angaben der in den Lebensmitteln enthaltenen Kalorien, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate manuell zusammen. Wer seinen täglichen Kalorienbedarf kennt, für den eignen sich derartige Apps genauso gut wie die Lebensmittelampel. Darüber hinaus haben sich einige Programmierer auf ganz besondere Lebensumstände spezialisiert. 

Die Diät-App Lifesum etwa bietet dem Nutzer nicht nur Unterstützung in der Ernährung, sondern liefert auch einen Sportplan und ein großes Angebot an kalorienarmen Rezepten gleich mit. YAZIO hat eine breite Auswahl an Fastentipps und -rezepten parat und Schwanger & Essen unterstützt Schwangere bei einer optimalen Ernährung für sich und ihr Baby.

Food Apps; Paar kocht mit SmartphonePredragImages/Getty Images
Food Apps können den Spaß am Kochen neu entfachen.

Getränke dürfen nicht fehlen

Zu einer ausgewogenen Mahlzeit zählen natürlich auch Getränke. Mit mindestens drei Litern pro Tag gehört frisches Wasser zu unseren Grundnahrungsmitteln. Das Problem: Nicht immer lässt es sich in unseren Alltag integrieren, auch wirklich diese von Ärzten und Ernährungsexperten empfohlene Menge zu trinken. Dabei sorgt der regelmäßige Genuss von Wasser für eine reine und gesunde Haut, ein aktives Gehirn und steigert die Leistungsfähigkeit. Dass man das Trinken auch ganz gern mal vergisst, wussten auch die Entwickler solcher Apps wie Fabulous, Drink Water Reminder und Mein Wasser. Die Programme erinnern ihren Nutzer in regelmäßigen Abständen an die Flüssigkeitsaufnahme und geben einen guten Überblick über den eigenen Wasserhaushalt.

Neben Wasser konsumieren wir über den Tag verteilt noch viele andere Getränke. Für nahezu jedes einzelne gibt es eine Rezepte-App. Von Smoothie des Tages für Smoothie-Liebhaber über Mixel für Cocktail-Mixer, Craft Check für Craftbeer-Fanatiker bis hin zu Mister Barista, das seine Nutzer täglich mit neuen Rezepten zu verschiedenen Kaffee-Spezialitäten versorgt. Regelmäßig weit oben in den Download-Charts von Apple und Co. findet sich dort auch die Vivino-App. Neben Hawesko, Wine-Searcher und WineAdvisor offenbart sie einem nach dem Scannen des Flaschenetiketts alles Wissenswerte rund um das edle Tröpfchen. Außerdem verrät sie dir alles zu Inhaltsstoffen und Preisen sowie die nächstgelegene Möglichkeit, den Wein zu kaufen. Das ist vor allem für Restaurantbesucher optimal, wenn sie den bestellten Wein später auch zu Hause genießen möchten. 

Mit Food-Apps wird der Restaurantbesuch zum Genuss

Nicht immer steht uns der Sinn danach, stundenlang in der Küche zu stehen und zu kochen. Manchmal treibt uns das Magenknurren auch in ein Restaurant. Schon im Vorfeld eines Besuches sind Food-Apps eine ideale Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Lokal. Quandoo, OpenTable und Co. sagen dir nicht nur, wo du das nächstgelegene Restaurant für deine Bedürfnisse findest, sondern bieten dir auch direkt die Möglichkeit, bequem und schnell einen freien Tisch zu reservieren

Außerdem stehen dir die Bewertungen des Etablissements übersichtlich zur Verfügung und du kannst nach deinem Besuch selbst eine Bewertung abgeben. Einen besonderen Service bietet die App Human Eating Project. Sie ordnet Restaurants nach ihrem Angebot ein. Lokale mit vielen veganen oder vegetarischen Gerichten erhalten eine grüne Markierung, Restaurants mit Fleisch aus eigener Aufzucht eine braune und solche, die fragwürdige Gerichte wie Gänsestopfleber oder Haifischflossensuppe servieren, erhalten eine rote Markierung. Mit einem guten Gewissen isst es sich doch gleich viel besser!

Kleiner Tipp: In der Regel beschränken sich all diese Apps nicht nur auf deutsche Lokale. Auch im Ausland stehen dir die Angebote zur Verfügung, was besonders im Urlaub eine große Hilfe ist. Denn wer will schon die schönste Zeit des Jahres in schlechten Restaurants verbringen?

Du siehst: Eine Downloadtour durch deinen App-Store lohnt sich für dich und deinen Alltag. Egal ob du einen Überblick über deinen Speiseplan, Erleichterung beim Einkauf oder Unterstützung in einem umweltbewussten Lebensstil brauchst: Für jedes Bedürfnis gibt’s eine App, für jedes Problem eine Lösung.