Fotos, Fotos und noch mehr Fotos, so weit das Auge reicht. Klar: Wir lieben es einfach, die schönsten Momente unseres Lebens festzuhalten. Und dank der Kameraqualität aktueller Smartphones und Tablets geht das heute ja auch leichter denn je. Damit du bei so vielen Schnappschüssen aber nicht den Überblick verlierst, stellen wir dir nützliche Tricks vor, mit denen du deine Fotos verwalten kannst – gratis, nur mit Bordmitteln und ganz ohne aufwendige Tools.

Der Urlaub ist vorbei und das Smartphone oder die Digitalkamera bis zum Rand des Speichers mit digitalen Eindrücken gefüllt? Super! Aber wie am besten die ganzen Fotos verwalten und wohin mit all den Bildern? Wie gelangen die Fotos sicher in die Cloud oder auf den PC? Wie kann ich sie so benennen, dass ich sie möglichst schnell wiederfinde? Und wie sieht eigentlich ein optimaler Foto-Workflow aus?

Optimaler Foto-Workflow: hochladen, umbenennen, verschlagworten

Damit das Bilderchaos erst gar nicht entstehen kann, umfasst der optimale Foto-Workflow einige Arbeitsschritte, die du regelmäßig durchführen solltest. So stellst du sicher, dass alle deine Fotos ordentlich archiviert sind und du sie auch nach langer Zeit noch in Nullkommanichts wiederfindest – ganz gleich, ob du sie dann einfach nur anschauen, ausdrucken, bearbeiten oder an Freunde und Verwandte versenden willst.

Kopiere deine Bilder auf die Festplatte oder in die Cloud

Nach Möglichkeit solltest du deine Bilder immer an einem zentralen Ort speichern. Zum Beispiel auf der physischen Festplatte deines Computers, im Internet auf einem sogenannten Cloud-Speicher oder auf einem externen Datenträger. Dazu musst du sie im ersten Schritt von deinem Smartphone oder deiner Digitalkamera übertragen.

Android: Fotos per Kabel auf den PC kopieren

Dein Android-Smartphone kannst du ganz einfach via USB-Datenkabel an den USB-Port deines Computers anschließen. Darauf erscheint auf dem Bildschirm deines Handys ein Pop-up-Menü, in dem du die Option „Laufwerk/Festplatte“ auswählst. Kurz darauf sollte sich dann über die Autoplay-Funktion deines PCs der Ordner mit allen Daten deines Smartphones öffnen. Suche hier nach dem Ordner „DCIM“ und kopiere die darin enthaltenen Bilder auf deine Festplatte in ein Verzeichnis deiner Wahl.

iPhone: Fotos ohne iTunes übertragen

Mittlerweile kannst du Fotos auch ohne Apple iTunes-Software auf deinen PC übertragen. Verbinde dazu dein iPhone über ein USB-Kabel mit deinem Computer und navigiere in der Dateiverwaltung zu „Tragbare Geräte“ oder „Computer“, wo du dein Handy auswählst. Jetzt kannst du dich in den erscheinenden Ordnern wieder zu „DCIM“ klicken und ausgewählte Bilddateien per „Copy & Paste“ zum Fotos verwalten auf deine Festplatte übertragen.

Fotos verwalten ist auch nach dem Familienselfie eine gute Idee..Westend61 / Getty Images
Wer seine Fotos verwaltet und sicher speichert, wird solche Momente nie wieder verlieren.

iCloud und Google Fotos: Bilder automatisch im Internet speichern

Natürlich kannst du deine Bilder auch direkt und automatisch in der Cloud speichern. Dabei handelt es sich um einen Webspeicher, der dir unter anderem von den beiden großen Smartphone-Systemen zur Verfügung gestellt wird: Beim iPhone ist es die iCloud, bei Android heißt er Google Fotos.

iCloud arbeitet nahtlos mit der Foto-App des iPhones zusammen und speichert nach einer einmaligen Aktivierung und Einrichtung alle Fotos und Videos im Webspeicher. Mit dem Vorteil, dass du von jedem Gerät aus darauf zugreifen kannst und alle Änderungen sofort und überall wirksam sind (sogenannte Synchronisierung). Beim Hochladen werden deine Fotos und Videos nach Momenten, Sammlungen und Jahren angeordnet. Übrigens sind die ersten 5 Gigabyte in der iCloud kostenlos – wenn du einen größeren Speicher benötigst, musst du dafür zahlen.

Google Fotos funktioniert ähnlich: Hier kannst du beliebig viele Fotos (bis zu 20.000 pro Album) kostenlos sichern und hast gleichzeitig noch den Vorteil, dass deine Bilder automatisch sortiert werden – so, dass du sie anschließend ohne eigene Verschlagwortung nach Orten und Inhalten durchsuchen kannst. Unter photos.google.com oder über die App kannst du dann von jedem Smartphone, Tablet oder Computer aus darauf zugreifen.

Fotos lieber in der Cloud oder auf Datenträgern speichern?

Bei der Frage, ob du deine Bilder lieber auf einem physischen Datenträger oder in der Cloud speicherst, scheiden sich die Geister. Wenn die eine Methode in puncto Datenschutz mehr Sicherheit verspricht, ist die andere vielleicht etwas komfortabler. Jedenfalls haben beide Lösungen Vorteile:

Vorteile physischer Datenträger:

  • Festplattenspeicher ist heute relativ günstig
  • Die Lösung erfordert etwas Handarbeit, ist aber unkompliziert
  • Du kannst die Dateien ganz einfach duplizieren und verwalten

Vorteile von Cloud-Speichern:

  • Mit einer Internetverbindung kannst du von überall auf deine Fotos zugreifen
  • Die Apps sind leicht zu bedienen und machen das Verwalten von Fotos zum Kinderspiel
  • Intelligente Technologien bieten dir spezielle Features wie Gesichtserkennung usw.

Tipp: Damit du deine Fotos auf keinen Fall verlierst, empfiehlt es sich, sie gleich doppelt zu sichern. Falls dein Laptop oder deine Festplatten dann abhandenkommen oder ihren Dienst quittieren, hast du immer noch eine Kopie deiner Bilder in der Cloud zur Verfügung.

Fotos verwalten und nach individuellem Schema umbenennen

Hast du deine Fotos erfolgreich übertragen, ist ein gutes Benennungssystem die halbe Miete. Dabei solltest du immer nach dem gleichen Schema vorgehen, das du ganz individuell für dich festlegen kannst.

So ist es zum Beispiel von Vorteil, wenn du chronologisch vorgehst und das Datum im Dateinamen voranstellst. Auch kannst du ein Thema wie „Sommerurlaub 2019“, den dazugehörigen Ort und eventuell noch eine knappe Beschreibung in den Dateinamen einbauen. Das Benennungsschema sähe dann so aus: JJJJ-MM-TT-Thema-Ort-Bildbeschreibung

Gruppiere Bilder durch eigene Schlagwörter

Noch effektiver ist es, wenn du aussagekräftige und allgemein gehaltene Schlagwörter (sogenannte Tags) verwendest: Familie, Tiere, Meer, Sport, Auto und noch viele andere Begriffe können die Schlüsselwörter deiner Wahl sein.

Oder du nutzt bestimmte Farben, die in deinen Fotos dominieren oder auch Emotionen, um deine Fotos nach deinen Vorlieben zu verschlagworten. Wichtig ist, dass du Wörter wählst, die du später bei der Suche auch ziemlich sicher benutzen wirst.

Das sogenannte „taggen“ erledigen Tools wie Google Fotos übrigens bereits vollautomatisch – die dabei genutzte und durch künstliche Intelligenz (KI) gestützte Bilderkennung ist bereits so weit fortgeschritten, dass einzelne Tierarten und Gesichter zuverlässig erkannt werden.

Paar lässt sich beim Wildwasser-Rafting fotografieren.Hero Images / Getty Images
Schlagwort-Action: Noch besser ist es natürlich, wenn du deine Fotos mit ganz spezifischen Schlüsselwörtern taggst.

Fotos verwalten via Software: mit Windows oder auf dem Mac

Nutzt du Windows 10, kannst du hier auch die integrierte „Foto-App“ nutzen, um deine Bilder zu verwalten. Beim ersten Start durchsucht sie alle Bilder-Bibliotheken und importiert die gefundenen Fotos automatisch. Falls du dann wieder neue Bilder auf deinen PC überträgst, werden diese gleich der Foto-App hinzugefügt. Die Sortierung erfolgt chronologisch nach Monat und Aufnahmedatum. Und „Taggen“ kannst du hier natürlich auch – sogar intelligent anhand einer Reihe von Kategorien und auf Basis einer KI, die Gesichter automatisch erkennen und organisieren kann.

Das Äquivalent auf dem Mac nennt sich „Fotos“. Es ist das Standardprogramm von Apple, um Bilder und Videos auf dem Mac zu verwalten. Genau wie die Foto-App von Windows legt es beim ersten Start eine Mediathek mit der Bezeichnung „Fotos-Mediathek“ im Ordner „Bilder“ an. Falls du später eigene Mediatheken anlegen möchtest, ist das jederzeit machbar. Und natürlich kannst du auch hier ganz einfach Schlagwörter vergeben.

Zum Fotos verwalten ist keine teure Bildverwaltungssoftware nötig

Du siehst: Fotos verwalten ist ganz einfach und auch ohne kostenpflichtige Bildverwaltungssoftware problemlos möglich. Wenn du allerdings mehr Funktionen für komplexe Bildbearbeitungs-Aufgaben brauchst oder Tools suchst, die dich als fortgeschrittener Hobbyfotograf oder auch Fotoprofi in deinem Workflow unterstützt, ist das auch kein Problem – du musst dafür nur etwas tiefer in die Tasche greifen. Zur Fotoverwaltung reichen die hier vorgestellten Bordmittel völlig aus. Zumal die in Windows und beim Mac integrierten Apps auch einfache Bearbeitungsfunktionen bieten. Also viel Spaß beim Verwalten deiner Fotos!