Das Internet ist allgegenwärtig und eröffnet uns heute schier unendliche Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung und Verbesserung unseres Alltags. Die Digitalisierung verändert aber auch zwischenmenschliche Beziehungen, denn dank verschiedener Portale und Apps war es noch nie so einfach, neue Bekanntschaften zu machen und Freundschaften zu schließen. Das hat auch Anastasia in der 2. Folge von Einfach Digital festgestellt, schau dir hier die ganze Folge an.

Was früher Brieffreundschaften waren, sind heutzutage E-Mails, E-Cards und Nachrichten über Facebook und andere Messenger oder Apps. Auch wenn man sich nie persönlich trifft, können hier dennoch sehr tiefe und innige Freundschaften entstehen.

Eine weitere Alternative ist da ziemlich offensichtlich: Online-Freundschaftsportale! Der fehlende persönliche Kontakt ist natürlich nicht zu verleugnen, doch der Gedanke, Freunde auf der ganzen Welt mit wenigen Klicks zu finden, ist hingegen unglaublich motivierend und eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Für wen kommen Freundschaftsportale infrage?

Entfernungen spielen keine Rolle und falls du an einem Treffen interessiert, aber nicht mobil bist, gibt es ja auch noch Videotelefonie. Stell dir vor, du bist in eine neue Stadt gezogen und kennst niemanden, mit dem du zum Sport gehen oder Small Talk halten kannst. Ganz einfach, das Handy ist schnell gezückt. Vor allem, wenn du etwas introvertierter bist, sind Freundschaftsportale ideal für dich geeignet.

Durch sie ist es ein Leichtes, Menschen zu finden, die auf deiner Wellenlänge sind und mit denen du einfach gerne etwas unternimmst. Doch willst du sicherlich wissen, welche App bzw. welches Portal am besten zu dir passt. Wir haben die Antwort:

Freundschaftsportale; Freunde beim DinnerAriel Skelley/Getty Images
Dank des Internets ist es gar nicht so schwer, Freunde für gemeinsame Unternehmungen zu finden.

Online-Small Talk leicht gemacht – ein Überblick der besten Anbieter

MeetUp

Neue Freunde per App zu finden, funktioniert wunderbar mit MeetUp. Hier kannst du lokalen Gruppen beitreten oder „mehr von dem unternehmen, was du liebst“, so wird es von den Gründern beworben.

MeetUp gibt es bereits seit mehreren Jahren und erfreut sich besonders in den USA großer Beliebtheit. Aber auch in Deutschland ist das Freundschaftsportal mittlerweile weitverbreitet und eignet sich hervorragend zum Netzwerken. Du kannst dich Gruppen anschließen, die bestimmte Interessen verfolgen. Ob zum fröhlichen Joggen am Sonntagmorgen oder zum Schach spielen im Café, mit MeetUp findest du einige Veranstaltungen und dabei ganz schnell neue Freunde. Die App ist sehr seriös und hat als eine der wenigen Plattformen gar nichts mit Dating zu tun. Hier liegt der Fokus besonders auf Bekanntschaften, die das soziale Leben spannender und einfacher machen.

Vorteile: 

  • Überall verfügbar
  • Grundfunktionen kostenlos nutzbar
  • Einfach mit Facebook oder Google einloggen

Nachteile:

  • Keine

Nebenan

Die App Nebenan legt den Fokus auf die Nachbarschaft. Du registrierst dich ganz einfach und fügst deine Adresse hinzu, die andere Nachbarn nicht in Gänze sehen können. Auf der Startseite siehst du, ähnlich wie bei Facebook, alle aktuellen Einträge deiner Nachbarn. Die App überzeugt durch ihre Vielseitigkeit. Ob Foodsharing, verschenken und tauschen oder als Fundbüro, hier findest du viele nützliche Aktivitäten und Ideen für einen sozialen Austausch. 

Vorteile:

  • Kostenlos nutzbar (Möglichkeit der freiwilligen Förderung)
  • Einfache Registrierung
  • Viele Mitglieder in deiner direkten Umgebung
  • Lebendiger Austausch möglich

 Nachteile:

  • Werbung mit Fake-Profilen

Spontacts

Spontacts fungiert frei nach dem eigenen Motto: „Das Sprungbrett für deine neue Freizeit!“. Spontacts bezeichnet sich als Freizeit-Community, bei der der Fokus hauptsächlich auf Aktivitäten wie Sport und Veranstaltungen liegt. Diese kannst du durchsuchen und selbst erstellen. Auch das Geschlecht der Kontakte ist auswählbar. Jochen Schweizer, bekannt aus „Die Höhle der Löwen“, zeigte sich begeistert und übernahm das Start-up im Jahr 2014 von Scout24

Es gibt auch die Möglichkeit, eine Art „Plus-Mitglied“ zu werden, Spontifex genannt. Diese sind sogenannte Power-User und bereichern die Community durch ihre hohe Aktivität. Gehörst du zu ihnen, erhältst du eine Plus-Mitgliedschaft (Werbefreie Nutzung, Geschlecht einstellen, Veranstaltungen speichern, Profilbesucher anschauen) kostenfrei. Eine insgesamt sehr gut gemachte App, die du dir unbedingt anschauen solltest.

Vorteile: 

  • In vielen Städten verfügbar, auch weltweit
  • Grundfunktionen kostenlos nutzbar
  • Plus-Mitgliedschaftsgebühren sind sehr gering, mit 4,99 Euro pro Monat

Nachteile:

  • Keine

Noch mehr Infos zu Spontacts bekommst du in der neuen Folge von Einfach Digital mit Anastasia geliefert.

Bumble

Bumble ist eine weitere interessante App, die sich auf Dates, Business-Kontakte und Freundschaften konzentriert. Sicherheit steht an erster Stelle und das haben sich besonders die Entwickler von Bumble ganz groß auf die Fahne geschrieben. Du kannst Mitglieder melden und bei Bumble wählen die Frauen aus, mit wem sie in Kontakt treten möchten. Daher erinnert die App doch sehr stark an Tinder und ist eher als Dating-Plattform anzusehen, obwohl sie aktuell sehr deutlich als Business- und Freundschafts-App beworben wird.

Vorteile

  • In vielen Städten verfügbar, auch weltweit
  • Grundfunktionen kostenlos nutzbar
  • VIP-Mitgliedschaftsgebühren sind gering, mit 7,99€ pro Monat

Nachteile:

  • Hauptsächlich jüngere Mitglieder (unter 30 Jahren)
  • Aktuell wenig Mitglieder in Deutschland
Freundschaftsportale; Freundinnen machen albernes SelfieHero Images/Getty Images
Mit digitaler Hilfe wurden schon so manche Freundschaften geschlossen.

Peanut

Peanut stellt eine Besonderheit unter den Freundschaftsportalen dar, denn es richtet sich besonders an frisch gebackene Mütter und ist damit vor allem nützlich, wenn das erste Enkelkind unterwegs sein sollte. Durch das einschneidende Erlebnis einer Geburt ändert sich schließlich das Leben komplett und macht es für viele schwierig, Freundschaften zu pflegen und neue Bekanntschaften zu gewinnen. Bei der Registrierung kannst du dich als „Mom Boss“ oder „Fashion Killa“ bezeichnen, um anschließend durch einen Swipe-Mechanismus mit anderen Nutzerinnen in Kontakt zu treten. Eine weitere interessante Funktion ist der Gruppenchat. Du hast die Möglichkeit, Umfragen unter anderen Müttern zu starten und eine Diskussion zu führen. 

Peanut ist in den USA der absolute Hit und schwappt so langsam nach Europa über. Die meisten Diskussionen sind in englischer Sprache, jedoch ist zu erwarten, dass es in Deutschland auch bald losgeht mit dem Mamaportal-Hype.

Vorteile: 

  • Grundfunktionen kostenlos nutzbar
  • Speziell für Mütter

Nachteile:

  • Hauptsächlich in englischer Sprache
  • In Deutschland noch nicht ganz bekannt

FriendsUp

Die App FriendsUp richtet sich ausschließlich an Frauen. Du kannst dir eine nette Begleitung für den Kaffeeklatsch suchen oder einen Mädelsabend planen. Auch hier ist das Ganze ähnlich wie Tinder aufgebaut, mit dem Unterschied, dass du „Cheers“ versendest, um so deine Sympathie zu zeigen. So entstehen private Konversationen, aber auch Gruppenchats sind mit FriendsUp möglich. Insgesamt eine spannende Alternative für Frauen oder auch Mütter, die einfach und spontan Gleichgesinnte treffen möchten.

Vorteile:

  • Eindeutige Abgrenzung von Dating-Apps
  • Kostenlos nutzbar
  • Einfache Kontaktaufnahme

Nachteile:

  • Keine

25friends

25friends schlägt in dieselbe Kerbe wie Spontacts und MeetUp. Der Fokus liegt darauf, schnell neue Leute in einem neuen Umfeld kennenzulernen. „Rumgammeln war gestern!“, das Motto der App ist hier Programm und soll dich animieren, ein Treffen zu arrangieren und etwas zu unternehmen. 25friends ist seit vergangenem Mai 2017 online und vermittelt Gruppenchats in fast allen deutschen Städten. Ist hier etwa ein ernsthafter Konkurrent zu WhatsApp im Kommen?

Vorteile:

  • vielversprechendes Konzept
  • Kostenlos nutzbar
  • Besser als WhatsApp-Gruppen

Nachteile:

  • Steckt noch in den Kinderschuhen
  • Aktuell wenig Mitglieder
Freundschaftsportale; Frauen lachen im ParkSolStock/Getty Images
Freundschaftsportale bringen gleichgesinnte Menschen zusammen.

Facebook

Eine fast schon banale Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen, sind Facebook-Gruppen. So gut wie jeder benutzt das soziale Netzwerk, welches frei zugänglich ist. Daher gibt es zu jedem erdenklichen Thema Gruppen, einige mit immens vielen Mitgliedern. Es gibt sogar eine Gruppe, die sich „Neue Leute kennenlernen“ nennt. Die Interaktion ist einfach, aufgrund der Kommentar- und Nachrichtenfunktion und kostenlos ist es obendrein. Du tippst einfach oben in der Suchleiste deine Hobbys oder Vorlieben ein und schon bekommst du alle passenden Gruppen präsentiert. Eine Alternative, die jeder Facebook-Nutzer testen sollte.

Vorteile:

  • Kostenlos nutzbar
  • Extrem viele Mitglieder
  • Einfach zu handhaben

Nachteile:

  • Keine

Mit diesen Tipps und Tricks bleibst du nicht lange allein

Bei den präsentierten Apps und Portalen ist ganz bestimmt etwas Passendes für dich dabei. Manchmal hilft einfach ausgiebiges Testen und Probieren. Ganz wichtig, online wie offline, sind Gemeinsamkeiten! Falls du jemanden mit dem gleichen Hobby oder der gleichen Lebenseinstellung kennengelernt hast, versuche dauerhaften Kontakt aufzubauen und zeige ernsthaftes Interesse.

Ein nächster Schritt wäre der Übergang zur Realität. Falls dir dein Online-Kontakt in der virtuellen Welt ausreicht, kannst du die Freundschaft ohne Probleme so weiterführen. Ein Treffen in der Realität würde diese Verbindung stärken und neue Facetten eröffnen, ist aber kein Muss. Besonders wichtig ist der Einstieg ins Gespräch. Chatten und einfache Nachrichten senden, ist oft steril und emotionslos. Authentizität sollte deshalb absolut im Vordergrund stehen.

Dein Profil liefert jede Menge Anhaltspunkte. So kannst du bereits von Anfang an deine Interessen preisgeben und auf die Hobbys anderer eingehen. Stelle ein paar Nachfragen und sei neugierig. Auch bei Freundschaften gilt: Massenmails à la Copy & Paste sind ein No-Go und kommen nie gut an.

Online oder Offline: Wo lohnt sich der Aufwand für mich?

 Die Hürde auf Freundschaftsportalen ist sehr gering. Die Basisfunktionen sind fast immer kostenlos und eine einfache Nachricht ist schnell versendet. Offline sieht das schon ganz anders aus. Der einfachste Weg ist, Leute über gemeinsame Hobbys kennenzulernen, um im besten Falle zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. In einem Café fremde Menschen zu fragen, ob man in Zukunft befreundet sein will, kommt vor allem in Deutschland bei den meisten weniger gut an. Auf einer Party, in einer Bar oder auf einem Event sieht das natürlich wieder ganz anders aus. Die Stimmung ist viel lockerer und einladend.

Auch die Kosten dürfen nicht vernachlässigt werden. Willst du alle Plus- oder VIP-Funktionen genießen, sind je nach Anbieter zwischen 5 und 10 Euro pro Monat fällig. Vergleicht man dies jedoch mit einem Abend in einer Bar plus Getränke, relativiert sich der Beitrag recht schnell. Die Entfernung spielt ebenfalls eine Rolle. Manchmal reicht es aus, Kontakt per E-Mail oder WhatsApp zu halten. Ein reales Treffen ist nicht immer nötig. Falls man doch das Verlangen spürt, sollte die Entfernung der Online-Bekanntschaft aber besser nicht allzu groß sein.

Es gibt keine allgemeingültige Aussage, jedoch ist es heutzutage um ein Vielfaches einfacher, Freunde zu finden, als noch vor 10 Jahren. Egal ob du 18 oder 58 Jahre alt bist, Freundschaftsportale und Co. können dein soziales Leben und Verhalten positiv beeinflussen und durchaus verbessern. Du musst dich nur trauen und es ausprobieren. Denn wie wir alle wissen – und wie auch Anastasia in der neuen Einfach Digital-Episode herausfindet: Zwischenmenschliche Beziehungen machen das Leben erst lebenswert!