Die Sonne lacht am strahlend blauen Himmel, keine Wolke weit und breit und du weißt genau: Das ist der perfekte Tag für einen Spaziergang mit der ganzen Familie. Doch schon die Erwähnung von Bewegung an der frischen Luft sorgt beim Nachwuchs für gequältes Stöhnen, Augenrollen und den fixen Griff zum Smartphone. Gute Nachrichten: Geocaching heißt das Zauberwort, mit dem du technikbegeisterte Frischluftmuffel garantiert runter vom Sofa und rein in die Natur bekommst. Doch was ist eigentlich Geocaching und was brauchst du dafür? Sollte es direkt ein GPS-Gerät sein oder reicht eine App auf dem Smartphone? Wir verraten es dir und deiner Familie!

Geo… was?! Wir bringen Licht ins Dunkel

Geocaching – das ist die Schnitzeljagd des 21. Jahrhunderts. Das Wichtigste in Kurzform: Es geht darum, einen kleinen versteckten Schatz, den Geocache oder Cache, im freien Gelände zu finden. Bei der Suche hilft ein Smartphone mit passender App oder ein GPS-Gerät. Im deutschsprachigen Raum ist Geocaching auch unter dem Namen GPS-Schnitzeljagd bekannt. Das GPS ist nämlich ein grundlegender Bestandteil von Geocaching. Die geographischen Koordinaten der verschiedenen Caches werden online veröffentlicht und nur mit der richtigen Ausrüstung ist die Schatzsuche von Erfolg gekrönt.

Ein Cache oder Geocache ist in der Regel ein kleiner, wasserfester Behälter mit einem Logbuch, in dem sich die stolzen Finder verewigen können, und einer Reihe von Tauschgegenständen. Hast du einen Schatz gefunden, nimmst du dir einen der Gegenstände und lässt für nachfolgende Abenteurer einen neuen Schatz da. Wertvoll müssen die kleinen Objekte natürlich nicht sein. Ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ geht es hauptsächlich um den Spaß beim Suchen und Entdecken.

Geocaching, Großvater und EnkelinDaniloAndjus/Getty Images
Geocaching ist das ideale Hobby, um verschiedene Generationen zusammenzubringen.

Born in the USA

Die Geburtsstunde des Geocachings war ein historischer Zufall: Das GPS (Global Positioning System) ist eine Entwicklung des amerikanischen Verteidigungsministeriums und sollte als Navigationssystem für militärische Einsätze dienen. Die Technik war dabei ursprünglich so verschlüsselt, dass Zivilisten die Ortung nur mit einer Genauigkeit von 100 Metern nutzen konnten.

Im Mai 2000 entschied der damalige Präsident Bill Clinton, das Navigationssystem mit seiner vollen Genauigkeit auch dem Rest der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Dem US-Amerikaner Dave Ulmer kam sofort eine Idee: Er versteckte einen Pott mit Krimskrams in den Wäldern von Portland und stellte online die GPS-Daten zur Verfügung. Das Geocaching war geboren! Seitdem entwickelte sich durch den Einsatz und die unerschöpfliche Kreativität vieler Enthusiasten diese Schnitzeljagd 2.0 mit den einfachen Regeln: Nimm etwas, gib etwas und trage dich ins Logbuch ein.

So funktioniert Geocaching

Geocaching ist ein Hobby für Jung und Alt, Einsteiger und Veteranen. Mittlerweile gibt es daher verschiedene technische Helferlein für jeden Geldbeutel und Geschmack. So mancher eingefleischter Geocacher schwört auf sein GPS-Gerät, für andere ist das Smartphone der treue Begleiter auf jeder Schatzsuche. Alles eine Frage der Prioritäten, denn beide Systeme funktionieren sehr gut.

Geocaching, Paar mit GPS-GerätThomas Northcut/Getty Images
Beim Geocaching zählt nicht nur der Schatz. Oftmals ist auch der Weg das Ziel.

Geocaching mit Smartphone

Das Smartphone ist besonders dafür geeignet, um Geocaching einfach mal zu testen. Eine entsprechende App und eine Landkarte, beispielsweise Google Earth, sind schnell installiert. Die App gibt die Hinweise auf den Cache, mithilfe der Landkarte und den GPS-Koordinaten können sich die Jäger orientieren. Drei kostenlose Geocaching-Apps für das Smartphone sind zum Beispiel:

  • Geocaching-App von Groundspeak
    • Sicherlich eine der bekanntesten Apps, erhältlich für Android und iOS, kostenlose Version für Neulinge, Premium-Upgrades kosten etwa 10 Euro.
    • Die App zeigt Caches mit Schwierigkeitsgrad an. Anfänger können sich zuerst an leichten Caches versuchen.
    • Schritt für Schritt-Anleitung erleichtert dir den Einstieg.
    • Echtzeitsuche, Position wird ständig aktualisiert.
    • Neue Caches werden sofort angezeigt.
  • c:geo – ein Klassiker für Android-Nutzer
    • Live-Karte zeigt Caches in der Umgebung an.
    • Caches lassen sich speichern und Funde eintragen.
    • Navigieren mit Kompass und anderen Apps.
    • Wegpunkte lassen sich erstellen und verwalten.
    • App lässt sich mit anderen Plattformen, wie etwa Opencaching, verbinden.
    • Karten von Google Maps und OpenStreetMap können genutzt werden.
    • Funde können mit der App direkt in sozialen Netzwerken geteilt werden.
  • GCTools – die Alternative für iOS
    • App für Experten, gerade für schwierige Caches eine gute Wahl
    • App ist kostenlos, einige Tools kann man dazukaufen
    • Verschlüsselungen knacken die integrierten Umrechner
    • Konverter für Längen, Flächen, Volumen, Masse und mehr
    • Integrierte Taschenlampenfunktion

Wenn die App installiert ist, fehlt nur noch die passende Karte. Das kostenlose Google Earth ist für den Einstieg genau das Richtige. Wer nichts dagegen hat, etwas Geld auszugeben, kann sich zum Beispiel die MagicMaps mit 3D-Ansicht anschauen.

GPS-Geräte für Einsteiger

Keine halben Sachen – du möchtest lieber gleich mit einem Profigerät einsteigen? Als kleine Starthilfe gibt’s hier ein paar Infos zu zwei zuverlässigen Begleitern für die Geocaching-Ausflüge:

  • Bekannter Klassiker: eTrex von Garmin

Das eTrex 10 von Garmin ist seit Jahren DAS Einsteigermodell. Aus gutem Grund, denn der Hersteller Garmin ist der Branchenprimus und unangefochtener Marktführer. Das knallgelbe GPS-Gerät ist winzig und mit etwa 142 Gramm ein Leichtgewicht, das in jeder Tasche Platz findet. Den Bildschirm kann man auch bei schönstem Sonnenschein noch lesen und die Akkulaufzeit ist vorbildlich. Mit etwa 119 Euro ist das Garmin eTrex 10 eine gute Wahl für Gelegenheitsschnitzeljäger und Einsteiger.

  • Die Alternative: Magellan eXplorist

Mit dem Magellan eXplorist GC brachte die Firma das erste GPS-Gerät für Geocacher heraus. Heute ist die Serie bekannt und beliebt, auch wenn sie neben dem Marktführer bestenfalls eine Nische bewohnt. Doch als Alternative zu den Serien von Garmin ist das Magellan GPS-Gerät durchaus empfehlenswert. Die Bedienung ist intuitiv und auch für Einsteiger geeignet. Der Nachteil: Die Preise bei Explorist 610 oder dem Explorist 710 beginnen bei etwa 300 Euro und liegen damit deutlich höher als beim Konkurrenten.

Schau doch einfach mal zusammen mit den Kindern im Outdoorladen deines Vertrauens vorbei und lasst euch die Geräte zeigen. Auch Outdoor-Messen und andere Events sind großartig, um die neuesten GPS-Geräte zu begutachten und sich mit Experten auszutauschen. Schließlich müsst ihr euch mit eurem treuen Begleiter wohlfühlen.

Geocaching, Mann mit SmartphoneWestend61/Getty Images
Ist der Cache gefunden, kommt bei jedem Schatzsucher Freude auf.

Weidmannsheil – Die Jagd beginnt!

Gut zu wissen: Unterschiedliche Arten von Caches haben ganz unterschiedliche Anforderungen. Es gibt Mystery Caches mit spannenden Rätseln, Earth Caches, mit denen du und deine Familie noch etwas über Geologie und Natur lernen könnt und sogar Multi Caches, bei denen du gleich mehrere Caches finden musst, um am Ende zum Schatz zu gelangen. Für einige Caches musst du klettern, andere sind sogar nur im Dunkeln sichtbar!

Die Welt der Caches ist vielfältig und bunt. Langweilig wird es also sicher nicht. Daher ist es für dich und deine Kids gut, wenn ihr es beim ersten Cache am besten noch langsam angehen lasst und ihr euch eine Schnitzeljagd sucht, die ihr als Familie bequem absolvieren könnt. Auf der Website www.opencaching.de könnt ihr speziell nach kinderfreundlichen Caches suchen und auch auf der Übersichtskarte bei www.geocaching.de lässt sich einiges für Familien entdecken.

Habt ihr euch gemeinsam für einen Cache entschieden, lest ihr zunächst die Berichte der Geocacher, die euren auserwählten Schatz schon gesucht und gefunden haben. So entgeht euch kein Hinweis für eine erfolgreiche Jagd. Wenn ihr das Smartphone mit App nutzt, könnt ihr euch alle wichtigen Links abspeichern. Wer nur mit dem GPS-Gerät loszieht, sollte alle relevanten Infos herausschreiben oder die Unterlagen ausdrucken und mitnehmen.

Plant eure Anreise, nehmt Vorräte mit, schnürt die Stiefel und packt die Rucksäcke – jetzt geht es auf die Jagd!

Vor Ort – und was jetzt?

Du stehst hochmotiviert in den Startlöchern und solltest ab jetzt deinen Weg tracken, sprich markieren, damit du nicht nur den Schatz, sondern später auch wieder den Heimweg findest. Das funktioniert am besten über einen Wegpunkt in deiner Onlinekarte.

Mithilfe deiner Karte näherst du dich dem Cache. Sobald die Karten zu ungenau werden, ist die App oder das GPS-Gerät gefragt. Behalte die Signalstärke im Blick, damit deine aktuelle Position berücksichtigt wird, ansonsten läufst du glatt am Cache vorbei.

Du bist an Ort und Stelle, aber kein Cache ist in Sicht? Die GPS-Daten führen dich natürlich nicht genau zum Ziel, schließlich handelt es sich um eine Schatzsuche. Schau dich vor Ort genau um. Ist das da ein auffälliger Steinhaufen? Hat jemand etwas hinter der Parkbank versteckt? Wo würdest du den Cache verstecken? Beim Suchen ist deine Kreativität gefragt.

Endlich am Ziel

Du hast den Cache gefunden, aber freue dich nicht zu laut. Bist du auch wirklich unbeobachtet? Die Geocacher-Ehre verbietet es nämlich, das Versteck versehentlich an Uneingeweihte zu verraten oder gar anderen Suchern die Jagd zu verderben.

Bist du allein, kannst du die „Schatztruhe“ bergen, öffnen und den Inhalt sichten. Im Logbuch trägt sich jeder Finder mit Namen, Datum und einem kurzen Spruch ein. Danach tauschst du dein Mitbringsel gegen eines im Cache und notierst auch das im Logbuch. Nimmst du nichts, schreibst du einfach ein „no trade“ zu deinen Daten.

Hast du deinen Fund ausgiebig gefeiert, darf der Cache wieder fest verschlossen zurück in sein Versteck. Verwische dann noch deine Spuren, wie etwa Fußabdrücke, und schon kannst du dich wieder auf den Heimweg machen. Daheim am PC kannst du von deiner erfolgreichen Schatzsuche auf den einschlägigen Websites der Geocaching-Community berichten.

Geocaching, Vater und TochterDan Bannister/Getty Images
Geocaching verbindet Abenteuerdrang und die Liebe zur Natur.

So versteckst du deinen eigenen Cache

Wer von der Geocaching-Sucht gepackt ist, möchte sicherlich bald selbst einen Cache verstecken. Das Wichtigste: Der Cache sollte Spaß machen, ein kreatives Rätsel aufgeben und die Suchenden in die Natur bringen.

Für deinen Cache bist du dann natürlich auch verantwortlich, denn mit dem Verstecken allein ist es nicht getan. Sorge dafür, dass der Cache vor Ort bleibt und keine Muggel, also Uneingeweihte, ihn finden, damit er vielen Cachern Freude bereiten kann. Zum Erstellen eines eigenen Schatzes brauchst du allerdings tatsächlich ein GPS-Gerät – die Koordinaten auf dem Smartphone sind dafür zu ungenau.

Ein Tipp: Wenn du alle Infos zweisprachig, also deutsch und englisch, anlegst, können auch internationale Cacher deinem Schatz einen Besuch abstatten.

Hat dich das Geocaching-Fieber gepackt?

Geocaching ist ein Hobby für die ganze Familie. Natur, Abenteuer, Technik, spannende Geheimnisse und Reisen – hier ist für alle was dabei. Dabei können bereits die Jüngsten aktiv beim Knacken der Rätsel helfen. Selbst Schulen und Vereine haben Geocaching für sich entdeckt, um mit Kindern aller Altersklassen an methodischem Denken, Teamfähigkeit und Orientierungssinn zu feilen.

Außerdem ist es das perfekte Hobby, um die eingestaubten Englischkenntnisse aufzufrischen. Die Geocaching-Community ist schließlich international und die meisten Caches mit Hinweisen in mehreren Sprachen versehen. Ein weiterer Pluspunkt: Für den Einstieg brauchst du keine Erfahrung und wenig Ausrüstung. Ob du später zum GPS-Profi mit schwerem Gerät werden willst, ist ganz dir überlassen.

Aber das Wichtigste ist natürlich der Spaßfaktor. Geocaching ist ein Hobby, das alle begeistert und die Familie zusammenschweißt. Spätestens, wenn deine Kinder mit leuchtenden Augen den ersten gemeinsamen Schatz aus dem Unterholz gehoben haben, wirst du uns da zustimmen. Versprochen!

Geocaching – jetzt bist du dran!

Du hast jetzt richtig Lust bekommen, mit der Jagd nach deinem ersten Schatz zu beginnen? Eine Übersicht zu Caches für jeden Schwierigkeitsgrad bieten dir diverse Webseiten für nahezu alle Gegenden im In- und Ausland. Gib einfach Geocaching und deine gewünschte Region in der Suche ein und entscheide dich gemeinsam mit deiner Familie für das erste Ziel.

Und wenn die Kinder doch mal am Smartphone kleben und das Wetter euch zu einem entspannten Tag auf dem Sofa verleitet, geben unsere Beiträge wie Gemeinsam einsam? So bringst du die Familie online zusammen oder Digitale Spiele für Groß und Klein einen super Überblick für Spiele, die man zusammen online spielen kann. So haben alle in der Familie viel Spaß, egal ob alt oder jung, groß oder klein!