Als digitale Eltern sorgen wir uns, wie unsere Kids mit dem Internet umgehen. Aber wie gehen wir eigentlich mit unseren Kids im Internet um? Denn auch das bedeutet Verantwortung. Und was auf Facebook, Instagram und anderen Plattformen einmal „geshared“, bleibt meist für immer online. Wir geben Tipps, worauf es bei Kinderfotos im Internet ankommt und wie du die Privatsphäre deiner Kids schützen kannst.

Neulich im Facebook-Feed: Stefanie präsentiert freudestrahlend ihre kleine Tochter, wie sie den ersten Sprung vom 1-Meter-Brett meistert. Mark ist einer, der lieber das Leben seiner Zwillinge teilt als sein eigenes. Und Niklas zeigt sein Neugeborenes stolz der ganzen Welt. Nicht falsch verstehen: Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, welche Bilder er von seinen Kindern auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken zeigt. Allerdings sollten für Kinderfotos im Internet einige Dinge beachtet werden.

Facebook selbst erlaubt das „fremde“ Teilen

Im Eifer des Gefechts vergessen viele die Privatsphäre-Einstellungen, wenn sie einen Beitrag auf Facebook erstellen. Der Haken dabei: Auch völlig fremde Menschen können die Bilder im sozialen Netzwerk sehen und teilen.

Facebook selbst legitimiert das in seinen AGB: Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz).“

Dieser Passus sagt im Grunde nichts anderes aus, als dass die eigenen Inhalte im Rahmen bestimmter Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook von jedem geteilt werden dürfen. Und das geht theoretisch sogar so weit, dass auch die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram die Nutzungsrechte an den Bildern haben.

Mutter macht Kinderfotos für das Netz.Geber86 / E+ / Getty Images
Deine Kids werden noch früh genug ihre eigenen Fotos im Netz teilen.

Kinderbilder auf Facebook nicht „öffentlich“ teilen

Dabei ist es so einfach, Fotos nicht mit dem Status „öffentlich“ bei Facebook zu posten. Wenn du einen Beitrag erstellst, musst du dazu einfach nur die Voreinstellung auf „Freunde“ ändern. Oder du schließt gleich eine bestimmte Personengruppe mit der Wahl von „Freunde außer …“ aus. Beitrag teilen – fertig!

Kinderfotos bei WhatsApp: einigermaßen sicher!

Was aber ist mit Kinderfotos auf WhatsApp? Die Antwort lautet, dass deine Daten hier dank der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher sind, wenn du Nachrichten verschickst. Das gilt natürlich auch für Fotos und Bilder, die du im Einzel- oder Gruppenchat teilst. Allerdings solltest du bei deinem Profilbild lieber auf ein Foto deiner Kinder verzichten. Einfach deshalb, weil es genau wie der WhatsApp-Status öffentlich zugänglich ist, falls du es in den Privatsphäre-Einstellungen nicht anders eingestellt hast.

Weitere Tipps für mit Kinderfotos im Internet

Die Einstellungen beim Teilen in sozialen Netzwerken zu beachten, ist schon mal ein wichtiger Schritt. Du kannst aber noch weitere Tipps für den Umgang mit Kinderfotos im Internet beachten.

  • Beziehe deine Kinder mit ein, indem du mit ihnen über den Umgang mit Fotos im Internet sprichst. Oder indem du sie nach ihrer Zustimmung fragst.
  • Vermeide es, personenbezogene Daten deiner Kids im Zusammenhang mit einem Foto preiszugeben – z. B. Fotos, die Rückschlüsse auf bestimmte Orte erlauben.
  • Poste keine Fotos, die deine Kinder peinlich finden könnten. Denn was für dich vielleicht noch witzig ist, mag deinen Kindern in ein paar Jahren unangenehm sein.

Ergebnis: mehr Sicherheit und Privatsphäre für deine Kids

Du möchtest nicht, dass Fotos und Bilder deiner Kinder unkontrolliert im Netz landen oder von fremden Facebook-Nutzern weiter geteilt werden? Dann sei dir einfach darüber bewusst, dass du selbst für die digitale Privatsphäre deiner Kids verantwortlich bist. Und auch darüber, welche Art von Bildern du überhaupt in sozialen Netzwerken hochladen und mit bestimmten Personen teilen willst. Jetzt weißt du ja, wie es geht!