Wie sicher ist das smarte Zuhause? Und vor allem: wie gleichberechtigt? Geht eine Beziehung in die Brüche, hat meist ein Partner alles alleine installiert und damit sämtliche Accounts wie auch WLAN oder Smart Home Passwörter in petto. Wir erklären, wie Paare alles gemeinsam aufsetzen und durch digitale Gütertrennung verhindern, dass eine reale Trennung zum Fiasko wird.

Extra Wohnkomfort oder Smart Home Missbrauch?

Du kommst nach Hause und deine Lieblingsplaylist startet automatisch. Die Heizung hat die Bude bereits auf Wohlfühltemperatur gebracht. Das Küchen-Tablet das passende Rezept fürs Abendessen schon ausgesucht. Die Milch ist leer, aber egal: Dein Kühlschrank hat schon neue bestellt. Und falls du noch Wünsche hast, sind ja immer noch die Sprachassistentinnen Alexa, Siri oder Cortana zur Stelle. Ob automatisierte Routinen, mehr Bequemlichkeit, Sicherheit oder Entertainment: Das Internet of Things (IoT), künstliche Intelligenz (KI) und steigende Vernetzung machen jedes Zuhause smarter.

Die Technik wird immer beliebter: Bereits jeder Vierte nutzt mindestens ein smart vernetztes Produkt im Haus. Und so komfortabel das auch ist – geht es privat auseinander, kann es im schlimmsten Fall zum Smart Home Missbrauch kommen. Flackernde Lichter, in der Nacht aufschreckende Musik, ausfallende Heizungen und das ungute Gefühl, auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden – das sind nur einige der Szenen, die einem Horrorfilm gleichen und in der Realität schon vorgekommen sind.

Aber keine Angst: Wer sich ein wenig in die Materie einarbeitet, alles gemeinsam aufsetzt und seine Smart Home Passwörter clever trennt, meistert auch die digitale Trennung ohne Rosenkrieg.

Mann beim Einrichten der Smart Home PasswörterWestend61 / Getty Images
Warum richten eigentlich Männer die Smart Home Passwörter meist alleine ein?

Smart Home Passwörter? Besser gemeinsam einrichten!

Die Freude auf die gemeinsame Wohnung ist groß. Da wird an das kleinste Detail gedacht. Aber im seltensten Fall an einen identischen Wissensstand, was die digitale Einrichtung angeht. Deshalb ist ein Ansatz für mehr Smart Home Sicherheit, das komplette System von Anfang an gemeinsam aufzusetzen. So haben beide Partner genügend Know-how und bleiben im Trennungsfall handlungsfähig. Tipp: Filmt die Installation mit einem Smartphone ab. Dann habt ihr ein Video-Tutorial zur Hand, wenn´s drauf ankommt.

Aber Vorsicht: Das Video darf auf keinen Fall in falsche Hände geraten, weshalb man es besser auf einem Offline-Medium sichert. Das kann zum Beispiel ein verschlüsselter USB-Stick sein, der gleichzeitig den Zutritt ins Smart Home System ermöglicht: Wenn jeder Partner die Smart Home Passwörter darauf abspeichert, ein individuelles Passwort für die Entschlüsselung vergibt und seinen Stick sicher verstaut, ist der digitale Zweitschlüssel mit einfachen Mitteln umgesetzt.

So geht’s: Smart Home mit digitalem Zweitschlüssel absichern

Wie du einen USB-Stick in einen digitalen Zweitschlüssel verwandelst? Beispielsweise mit VeraCrypt – einem bewährten Tool

für Windows und Mac, das USB-Sticks in wenigen Schritten verschlüsselt und mit einem Passwort versieht. Eine hilfreiche Anleitung sowie den Downloadlink findest du hier.

Digitale Trennung geschafft: Frau genießt ihr Smart Home allein.Westend61 / Getty Images
Smart Home alone – mit unseren Sofortmaßnahmen ist die digitale Trennung ganz einfach!

Digitale Trennung: eigentlich ganz einfach!

Im Fall einer digitalen Trennung und bei Verdacht auf Smart Home Missbrauch solltest du immer eines tun: möglichst schnell reagieren. Ob die Smart Home Passwörter bekannt sind oder nicht – folgende Tipps helfen im Notfall und schaffen mehr Sicherheit.

1

Der Kern eines jeden Smart Home Systems ist das Steuerzentrum (Hub), das alle Geräte über Funk (WLAN, Bluetooth, ZigBee und Z-Wave) verbindet. Daher solltest du für die digitale Scheidung sämtliche Devices (Router, Bridge, Hub, Gateway, Sensoren, Aktoren etc.) vom Funknetz trennen und per Hardware-Neustart – meist ein kleiner Knopf auf der Rückseite des Gerätes – auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

2

Oft sind mehrere Geräte an eine oder mehrere Cloud-Plattformen angebunden, weshalb du hier ein neues Passwort oder gleich ein neues Konto anlegen solltest, um den jetzt unerwünschten Nutzer auszusperren. Überdenke dabei auch mögliche Sicherheitsfragen, die dein Ex-Partner leicht beantworten kann.

3

Keine Angst, wenn du dein Smart Home System neu aufsetzen willst: Intuitive Technik macht es heute einfacher denn je. Die meisten Komponenten lassen sich ganz easy per „Plug & Play“ mit der Steuerzentrale „verheiraten“ und sicher einrichten.

4

Router und WLAN absichern: Du solltest nach der Installation unbedingt die Voreinstellungen ändern und eine WPA2-Verschlüsselung nutzen.

5

Sichere Passwörter verwenden: Experten empfehlen lange Passwörter mit mindestens 16 Zeichen, die Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen enthalten.

6

Wer sein Smart Home nicht unbedingt von außen steuern oder von extern auf Daten zugreifen will, sollte den Fernzugriff aus Sicherheitsgründen ausschalten.

7

Nur wer regelmäßig die herstellerseitigen Updates einspielt, kann Sicherheitslücken schnell schließen, die potenzielle Hacker wie auch verschmähte Partner ausnutzen können.

8

Wer ganz sicher gehen will, sollte seine Computer mit einem zusätzlichen Sicherheitspaket ausstatten. Die umfangreichen Software-Suiten bieten einen optimalen Schutz vor den gängigen Internet-Gefahren (Viren, Spyware, Trojaner, Phishing, Ransomware etc.) und lassen sich auch ohne großes Expertenwissen einrichten.

Eine Trennung ist für niemanden angenehm. Im besten Fall einigt man sich und geht im Guten auseinander. Auch was das Digitale angeht: Accounts und Smart Home Passwörter vollständig übergeben, Profile neu konfigurieren und jeder geht zufrieden und friedlich seiner Wege. Klappt das nicht, helfen im schlimmsten Fall nur noch ein kompletter Neukauf und Neuaufbau der smarten Infrastruktur. Wir hoffen natürlich, dass es für niemanden so weit kommt!